?Tritt mich doch ein Pferd“, keuchte Hamish kr?chzend und heiser. Seine blassblauen Augen wurden mit jedem weiteren Blick nicht kleiner… sondern eher gr??er, der Befürchtung nahe, sie nicht mehr klein zu bekommen. Irgendwas lief hier definitiv verkehrt und eigentlich... weil es so offensichtlich war... war es auf der anderen Seite bizarr und unglaubwürdig. ?Kneife mich, Sonnenschein, aber ich glaube… ich habe einen deftigen Schlag auf meinem Dicksch?del abbekommen, wei? nichts davon und tr?ume nur alles. Oder ich muss irgendwas eingeworfen haben.“
?Nein… Kumpel, alles, was du siehst… sehe ich auch“, erwiderte Neil mit rauchiger Stimme, w?hrend sein Blick und sein brauner Schopf sich in jede Richtung bewegte. ?Ehrlich gesagt… wei? ich nicht, was ich davon halten soll. Ich…“, stockte die Stimme des Mannes neben ihm. ?Ich fühle mich auf einmal wahrhaftig… winzig.“
Aye, dem konnte Hamish nur zustimmen. Noch immer, als traute er seinen eigenen Augen nicht, beobachtete er, wie sich in Zeitlupe drei Meter vor ihnen eine Schnecke mit ihrem hübschen H?uschen bewegte. Eigentlich nichts Ungew?hnliches... wenn jemand es so behaupten würde. überall gab es Schnecken… in jedem Land und unter ihren eigenen Bedingungen zum Leben. Das Fazit und der gr??te Unterschied… aye, die Betonung, die vermutlich auf ‘die Gr??e‘ hinzudeuten war, lag durchaus am Wachstum dieses Weichtieres.
Hamish hatte dem zugestimmt, weil dieser Aufenthalt in diesem verfluchten Labyrinth ungewiss war. Ohne Nahrung würden sie nicht lange durchhalten oder genug Kr?fte besitzen… weil zweifelhaft war, was auf sie zukam, hatten sie beschlossen, auf ihrem Weg zur Rettung seines Alphas und dessen beiden Jungen Verpflegung zu beschaffen... sehr zum Vorteil war. Das, was die J?gerin in ihrem Rucksack trug, war mehr als aufgebraucht und diese Frau hatte alles den beiden Kindern zugesprochen, die es n?tiger hatten. Aye, Hamish gestand ihr diesen Respekt und die Dankbarkeit zu… trotz dass sie der Feind war und musste, ob er es wollte oder nicht, seine Denkweise diesen beiden Frauen etwas reduzieren, was seine Ablehnung und Feindschaft anbelangte. Allein auch schon, weil Conall und Maura diese beiden Frauen aus irgendeinem Grund ins Herz geschlossen hatten. Nicht nur das, er sah sogar gewisse Sympathie von diesen J?gerinnen, dass sie diese Kinder mochten, und das lie? seine Zurückhaltung sehr zurückschrauben, die er zu Anfang mit Vorsicht genossen hatte. Sein Wolf verspürte keine Art von Gefahr ihnen gegenüber und das wurmte ihn schon derma?en, dass er auf verlorenem Posten k?mpfte.
Das brachte ihn zur eigentlichen Situation zurück. Zuvor waren sie auf dem Weg zum besagten Standort seines Alphas gewesen… worauf Hamish wirklich hoffte, dass die Informationen von der J?gerin mit den erdbeerblonden Haaren stimmten. Sie hatten zuvor einen Eingang zu einer Welt gefunden, der noch immer seinen Horizont bei Weitem überstieg. Es sah wie ein stinknormaler Eingang zu einem H?hlenraum aus, aber kaum hatten sie die Schwelle überschritten, weitete sich das Sichtfeld zu einem gigantischen Ausma? aus, das sich zu einem eigenen Lebensraum entwickelte. Ein riesiger Urwald erstreckte sich vor ihnen mit so vielen unz?hligen Pflanzen, gigantischen B?umen und einer Vielfalt, die erstaunlich war. Die Ger?usche und das Gewirr waren ohrenbet?ubend… was am Ende seines unlogischen Begreifens nur mitteilte, dass eindeutig Hexenwerk im Spiel war. Dadurch, dass Hamish nach reiflicher überlegung zu dem Schluss gekommen war, es sei ratsam, die Kinder nicht in solch unbekanntes und vermutlich gef?hrliches Terrain zu schleppen, hatten sie beschlossen, dass die Kinder am Eingang blieben und nur Neil und er sich auf die Jagd nach Nahrung machten, w?hrend die beiden J?gerinnen als Wache für die Jungen dienten. Nicht wirklich zu seiner Zufriedenheit, aber noch um Welten besser als alles andere. Was sie nun zu dem Problem zurückführte, das sich vor ihnen bot.
Eine Riesenschnecke.
Die Schnecke war riesig. Nicht ‘gro? wie eine Faust‘ oder ‘ungew?hnlich gro? für eine Schnecke‘. Nein… sie war so gro? wie ein schottisches gut ausgewachsenes kerniges m?nnliches Hochlandrind von gut einem Meter fünfunddrei?ig. Das Geh?use allein ragte beachtlich einen Meter in die H?he, gl?nzend feucht und in schmutzigem Braun-Grün, mit einem K?rper, der sich tr?ge... zeitlupenartig, aber unaufhaltsam voran schob. Die Fühler mit glubschigen Kulleraugen… dick wie ein M?nnerarm… tasteten suchend durch die Luft, und jedes Mal, wenn einer den Boden, ?ste, Bl?tter oder sonst was berührte, zogen sie sich in den weichen K?rper zurück… nur um nach geraumer Zeit, wieder ausgestreckt zu werden. Ihr gro?er schleimiger K?rper hinterlie? eine breite, glitzernde Schleimspur. Das leise, schmatzende Ger?usch ihrer Bewegung hallte in der Stille des Dschungels wider, vermischt mit anderen Ger?uschen des Urwaldes… wie ein nasses Tuch auf Stein und erdigen, bl?ttrigen Boden.
Schei?e… ich k?nnte auf diesem riesigen Vieh reiten.
?Du kannst mir sagen, was du willst“, knurrte Hamish mit finsterem Gesicht, je l?nger er diese Monstrosit?t begutachtete. ?Ich werde keinen Gedanken daran verschwenden… auch nur daran zu denken, dies als meine Mahlzeit anzusehen“, sprach jeder Ekel aus seiner Stimme und verzog angewidert seine Gesichtszüge.
?Glaube mir“, grunzte Neil zustimmend. ?Jeder Franzose in ganz Frankreich w?re blass vor Neid, wenn sie jetzt mit uns tauschen k?nnten.“
Ein freudloses Lachen verlie? Hamishs Lippen. ?Wohl wahr, Sonnenschein. Dieses Riesenvieh k?nnte glatt eine ganze Woche eine Gro?familie der Schneckenfresser ern?hren. Mir unergründlich, wie... je l?nger ich dieses Geschleime angucke... mir bei jedem weiteren Anblick der Appetit vergeht.“
?Aye, nicht nur dir“, brummte Neil und wandte seine Aufmerksamkeit woanders hin. ?Wir sollten wohl auch bedenken, dass wir das hier nicht zu weit ausreizen. Ganz ehrlich, ich habe nicht besonders Lust darauf, noch weiter auf den Grund zu gehen, wie gro? hier die Verh?ltnisse zu anderen Lebewesen sind“, sagte er und deutete nach links durch das bl?ttrige Urwald-Dickicht. Da sah Hamish ein Insekt so gro? wie ein wolliges Schaf… das Brummen seiner Flügel war aus der weiten Distanz zu h?ren, als w?re ein Helikopter startbereit, in die Lüfte abzuheben. Gerade flog ein… er glaubte, dass es so war, ein riesiger Moskito in zwanzig Metern Entfernung durch die dickst?mmigen, hochragenden B?ume, als h?tte es ein Opfer gefunden... nur um Minuten sp?ter qualvolle, undefinierbare Ger?usche wahrzunehmen. ?Ich habe keinen Bock… dass mich solch ein Vieh sticht. Nur einmal saugen und wir besitzen keinen Tropfen Blut mehr in unseren K?rpern.“
Hamish wurde bei dem Anblick und bei dem Gedanken leicht blass um die Nase, als Neil diese Szene beschrieb. Er war ein mutiger und ehrenvoller Schotte, dem konnte nichts so leicht erschüttern, aber es gab durchaus Situationen, da setzte die Vernunft auf überleben ein. Gerade konnte er auch keinen Unterschied mehr feststellen, ob die triefenden S?fte, die wie ein Wasserfall an seinem K?rper hinab flossen, von der tropischen hohen Luftfeuchtigkeit und Hitze kamen… oder von der schieren nackten Angst, hier lebend wieder rauszukommen. Wenn sich so eine Sauna anfühlte, mit übertriebener hitziger Feuchtigkeit in der Luft… aye, dann verabscheute Hamish es und er war kein Typ für so etwas. Das Atmen machte es nur erschwerlicher, denn er bevorzugte eindeutig das raue Wetter Schottlands. Ebenso die offenen Unebenheiten der hügeligen Landschaft und der Berge. Dieser gigantische Amazonas-Dschungel-Urwald war die abgrundtiefste H?lle eines jeden Wolfes.
Pl?tzlich, ohne es zu bemerken, kam ein kr?ftiger Windsto? von hinten und das lie? sein und Neils Gleichgewicht verlieren, was sie einige Schritte nach vorne drückte. überrascht und sofort in Kampfbereitschaft drehten sie sich um und erblickten einen riesigen, kunterbunten Schmetterling in der Gr??e von zwei Metern. Ein wirklich hübscher Anblick, der mit seinen f?chrigen, bunten Flügeln elegant nach oben flatterte und ein Fünkchen kühle Brise verschaffte. Allein diese pr?chtigen Farben waren herrlich anzusehen... nur um im n?chsten Augenblick dabei zuzusehen, wie er sich an den hübschen Blumen an den riesigen B?umen wie kleine Schmarotzer gütlich tun wollte und in ein Netz verfing, das ihm pers?nlich vorher gar nicht aufgefallen war. Erst nach der Bewegung und der Winkel des Lichteinfalls, erkannte Hamish dieses Funkeln des Netzes, das sich dort unsichtbare F?den befanden. Oben… sehr weit oben ragten die gigantischen B?ume ihre Kronen, die weiter zu wachsen schienen, weil sie sich dem Sonnenlicht entgegenstreckten und kaum Licht durchlie?en. Doch der hübsche Schmetterling, der nun gefangen in einer Falle aus F?den zappelnd mit seinen Flügeln schlug und nur noch weiter in Gefangenschaft geriet, als pl?tzlich und blitzartig wie ein Pfeil aus einer Dunkelheit eine riesige schwarze Spinne, dicke haarige Beine, viele rotglühende Augen... eine Spinne so gro? wie ein SUV-Fahrzeug... sich darauf stürzte, weil eine Beute sich in ihr Netz verfangen hatte. Die gro?en klackernden Zangen vorne als messerscharfe Klauen... beobachtete Hamish und Neil bewegungslos... atemlos, wie die Spinne mit ihrem übergro?en, wackeligen Hintern den Schmetterling t?tete und kleine glitzernde, bunte Flügelfetzen auf sie niederregnen lie?, wie Staub. Keiner hatte zuvor diese Bedrohung über ihnen bemerkt und wahrgenommen.
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?Wir… wir sollten hier… eindeutig schleunigst raus“, keuchte Neil leise neben ihm, so leise wie m?glich, weil keiner die Aufmerksamkeit dieser kolossalen schwarzen Spinne mit fettem Arsch auf sich ziehen wollte.
?Aye… schleunigst“, erwiderte Hamish leise zustimmend und blickte an sich runter und verzog angewidert sein Gesicht. Es war schon schlimm, dass er und Neil barfu? durch die Gegend laufen mussten, weil sie kein passendes Schuhwerk für sich gefunden hatten... die J?ger hatten einiges von ihnen abgenommen bei ihrer Gefangenschaft. Wo sich ihre vorherigen Habseligkeiten befanden, wussten sie nicht, weil sie nichts im Labor davon gefunden hatten. Es st?rte sie nicht, mit nackten Fü?en zu laufen, aber… jetzt mit vollem Ma?e in diesem klebrigen Schleim zu stehen, wo vorher die Riesenschnecke langgeschleimt war, war noch widerw?rtiger als alles andere. Allein beim Anheben seines rechten Fu?es und das schmatzende Ger?usch und diese z?hen F?den lie?en seinen Magen mehr als einmal umdrehen. ?Iiigit“, verbarg Hamish nicht seinen Ekel.
Als sie beide sich von dem Umfeld des Grauens über ihnen entfernten, führte sie das zurück und richtete diesmal noch mehr die Aufmerksamkeit nach oben, sodass sie auf jeden Angriff vorbereitet w?ren. Es war besser, wenn sie nicht weiter vordrangen. ?Wir sollten uns mit den Früchten zufriedengeben, die wir zuvor gesehen haben“, bemerkte Neil schlicht.
?Aye, wie sehr ich auch etwas Fleischiges zwischen meinen Z?hnen mag“, brummte Hamish und wandte sich konzentriert um… fixierte sein Umfeld auf Gefahren. ?Aber als Wolf werde ich bei diesem Umfeld liebend gern und freiwillig zum Pflanzenfresser.“
Neil gluckste neben ihm belustigt. ?Dem widerspreche ich nicht“, klang Humor in seiner Stimme mit und Hamish riskierte einen Blick auf seine Züge. Ihm war es noch immer unbegreiflich, wie dieser Mann das alles wegsteckte, als w?re nichts passiert, und ein Teil in ihm fühlte sich schlecht.
Seufzend fuhr Hamish mit einer Hand durch sein verwildertes, durchlocktes dunkelbraunes Haar. ?Neil… ich muss mich… bei dir bedanken… und gleichzeitig entschuldigen“, gab er nach gewisser Weise zu, w?hrend sie Seite an Seite durch diesen schwitzigen, dichtbewachsenen Urwald liefen.
?Für was?“, erwiderte Neil nur und man h?rte die verwunderte Tonlage heraus.
?Ich wei?… was du für mich und alle anderen getan hast. Für alle, die schon l?nger in den K?figen gesessen haben und welche Folter sie ertragen mussten. Oder das, was du auf dich genommen hast, genau das… und noch vieles andere“, wies Hamish darauf hin, denn das war ein zu gro?es Opfer, als dass es nicht gewürdigt werden sollte.
?Hamish, dafür brauche ich keinen Dank“, widerlegte Neil seine Worte mit ernstem Tonfall und sah ihn mit ernsten braunen Augen an. ?Ich habe das nicht aus diesem Grund getan, sondern weil wir im gleichen Boot sa?en. Es war das Mindeste und würde auch nicht das Gleiche erwarten, wenn ihr nicht bereit dafür w?rt. Ich stamme von einer Blutlinie ab, die sich treu ihrer Prinzipien und Wurzeln bleibt und dafür k?mpft, wie es unsere Vorfahren auf dem Schlachtfeld getan haben… mit Loyalit?t und Ehre, sodass ich nicht bereuen muss, wenn ich meinen letzten Atemzug getan h?tte.“ Diese Worte besa?en so viel Macht, dass es Hamish beinahe umhaute und wie sehr er dieses Leben ebenso ersehnte. Er beobachtete den Wolf vor sich, wie Neil an einem Baum stehen blieb und den dicken Baumstamm abtastete… gleichzeitig nach oben blickte, wo all die k?stlichen Früchte hingen. ?Au?erdem, was spricht dagegen, nicht nach diesem Kodex zu leben, dass man gemeinsam stark ist?“
?Nichts, vermute ich“, entgegnete Hamish lahm und er war über sich selbst entt?uscht. Nahm aber den Rucksack entgegen, den Neil auf seinem Rücken getragen hatte... den zuvor die schwarzhaarige J?gerin bei sich getragen hatte. ?Wie schaffst du es nur… so locker mit all den Schmerzen und der Folter umzugehen, die du über dich ergehen lassen musstest?“, fragte er neugierig, weil bei ihm Spuren der Wut, Demütigung und der Frustration seiner eigenen Pers?nlichkeit hafteten, aber bei Neil sah es so aus, als h?tte er nie diese Erfahrung gemacht.
?Locker?“, lachte Neil sarkastisch auf. ?Ich nehme es genauso wahr wie ihr alle. Ich will nicht lügen, dass ich nicht ebenfalls den Nachhall dessen spüre, was ich ertragen musste, Hamish. Es w?re eine Lüge, w?re es anders“, sagte er und da erkannte Hamish den Schmerz in seinen braunen Augen, dass er ebenso innere Wunden zu verzeichnen hatte, selbst wenn von au?en nichts zu sehen war. ?Meine Hoffnung, dass mein Clan mich nicht aufgibt, hat mich mehr best?rkt als alles andere und die Zuversicht, weil ich wei?, welchen Rückhalt ich dadurch bekomme und dass es sich lohnt, genau dafür zu k?mpfen. Für diejenigen, die mir am Herzen liegen.“
Hamish bewunderte die St?rke dieses Mannes und beobachtete nun, wie sich seine nackten Muskeln am Oberk?rper anspannten, w?hrend Neil versuchte, den Baum zu erklimmen, damit er an die sü?en Früchte kam. ?Sowie dass dein Herz… für diese J?gerin schl?gt?“, musste er es loswerden.
?Oh aye… gerade wegen ihr“, presste Neil angestrengt hervor. Nicht weil er wütend war, sondern wegen der Anstrengung beim Erklimmen des Baumes. ?Was ermutigt einen Mann nicht mehr, als für seine Liebste zu k?mpfen und zu überleben?“
?Ich verstehe langsam, warum dein Alpha dich zum Beta ernannt hat“, bemerkte Hamish beil?ufig, als er unten und darauf wartete, dass Neil oben ihre Mahlzeit nach unten warf. ?Ich finde es auch sehr beeindruckend, dass du… obwohl deine vorherbestimmte Gef?hrtin eine J?gerin ist, das du sie so bedingungslos akzeptierst.“
?Warum auch nicht?“, kr?chzte Neil vor sich hin, keuchend, als er einen Ast erreichte, auf dem er sich bequem setzen konnte und die Zeit nahm, die erreichbaren gelben handgro?en Früchte zu pflücken. Einzeln warf er sie nach unten und Hamish fing sie auf, die er sofort in den Rucksack legte. ?Ich sehe, wie sehr Shanna sich ver?ndern m?chte. Wie sehr sie sich ein anderes Leben wünscht, in das sie hineingeboren wurde. Ich sehe und fühle, wie sie innerlich schreit, etwas anderes zu sein als das, zu dem man sie gedr?ngt und erzogen hat. Ebenso sehe ich, wie verzweifelt sie sich bemüht und versucht, anders zu werden… zu lernen, anderes zuzulassen. Was w?re ich für ein Gef?hrte, wenn ich ihr nicht helfen und sie auf ihrem Weg begleiten würde? Sie nicht anleiten und ihr zeigen würde, was für sch?ne Dinge auf sie warten, wenn sie es kann? Für mich erschlie?t sich mit jedem weiteren Schritt die Belohnung auf das, was ich am Ende dafür bekomme. Eine sü?e Gef?hrtin, an der ich einen riesigen Anteil genommen habe, wie mit jedem weiteren Atemzug das glitzernde Leuchten in ihren violetten Augen st?rker wird und das bezauberndste L?cheln in ihrem hübschen Gesicht stetig w?chst.“
?Du bist wirklich ein verliebter Trottel“, grunzte Hamish amüsiert, aber auch er musste zugeben, dass an seinen Worten etwas dran war und wie diese Frau sich bemühte, etwas zu zeigen, was nicht typisch für einen J?ger war. Immerhin hatte sie ihr Leben dafür aufs Spiel gesetzt, dass sie ihn befreite, und diese Anziehung war unter Seelengef?hrten unverkennbar.
Neil lachte herzlich vom Baum über ihm. ?Das leugne ich nicht. Ich w?re kein anst?ndiger Mann, würde ich nicht für meine Gefühle einstehen, wohin mein Herz geh?rt. Aber das wirst du vermutlich ebenso erfahren, wenn du deiner Seelengef?hrtin eines Tages begegnest. Dafür lohnt es sich definitiv zu k?mpfen“, bekr?ftigte er und warf mehr von den Früchten runter, als sie in den Rucksack passten. Sah, wie Neil oben davon a?, als müsste er vorher seinen bislang unterdrückten Hunger stillen, was Hamish ihm gleichtat, bevor sie ihren angesammelten Vorrat antasteten. ?Au?erdem“, kr?chzte Neil erneut, w?hrend er sich wieder dem Abgang vom Baum widmete... keuchend und schwitzend, als bek?me er ebenfalls kaum Atem durch die dicke schwüle Luft. ?Ich kann ebenfalls sehen, warum du Beta geworden bist. Trotz des ungewohnten Rudelclans, in welchem du lebst. Du setzt dich gleicherma?en mit St?rke und Biss ein, weil ich es gesehen habe, wie du die zwei Kinder in Obhut nimmst und wie sie dich ansehen... als respektierten sie dich mit gro?er Loyalit?t. Sowas kommt nicht einfach zugeflogen, nur weil man einen Rang besitzt.“
?Ich würde alles für die Sicherheit meines Clans tun… selbst wenn es mein Leben kosten würde“, sagte Hamish mit eiserner Stimme und einem Tatendrang, den er ehrfürchtig nachging.
Mit einem dumpfen Aufprall überbrückte Neil den letzten Meter und sprang mit nackten Fü?en auf den weichen Boden. Er grinste ihn mit einem breiten L?cheln an, trat vor ihn und schlug ihm eine Hand auf die Schulter, als w?ren sie schon ewige Kameraden, die Seite an Seite k?mpften. Dieser Mann überragte ihn um einige Zentimeter. ?Daher verstehen wir uns so gut“, schmunzelte er. ?Komm, lass uns zu den anderen zurückkehren, bevor wir hier wirklich noch gefressen, ausgesaugt oder sonst etwas… damit die anderen sich keine Sorgen und Gedanken machen müssen. Mein Urtrieb verbietet es mir, hier und jetzt zu sterben und nicht für das leibliche Wohl von Frauen und Kindern sorgen zu k?nnen“, definierte Neil humorvoll und Hamish gluckste bei der Vorstellung, w?hrend sie sich auf den Rückweg machten und damit sie endlich aus dieser schwitzenden Sauna-H?lle herauskamen.

