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32. Sorcha

  Sorcha wusste nicht, was sie jetzt fühlen sollte. Oder was zuerst kam… brannten ihre Augen und ihre Sicht wurde leicht verschwommen. Danach schnürte sich ihre Kehle zu und Schlucken war kaum m?glich. Ihr Atem stockte auf eine Art und Weise, dass es unm?glich machte, Sauerstoff in ihre Lungen zu füllen. Im n?chsten Augenblick fing ihr K?rper vor unterdrückten Emotionen an zu zittern, w?hrend ein Schluchzer sich ihrer Kehle hinauf gekrochen war… lag im n?chsten Moment eine riesige, hei?e Hand auf die Stelle ihres Schlüsselbeins, was sie zurück in ihren Sitz drückte. Danach spürte Sorcha, wie ein ruckartiger Ruck durch ihren K?rper lief, was sie zum Keuchen brachte und ihre Augen sich automatisch zusammenkniffen. Als dieser pl?tzliche Ruck verschwunden war, riss sie ihre Augen wieder auf und keuchte unschlüssig, was gerade geschehen war, und noch immer lag diese riesige Hand auf ihrem versteiften Oberk?rper, die sich l?ste und ihren Kinn packte, damit sie ihren Kopf zur rechten Seite drehen musste. Sanft und mit einer Behutsamkeit, die sie noch mehr zu Tr?nen rührte, w?hrend Sorcha bemerkte, dass ihre Tr?nen schon eine Weile über ihre Wangen flossen.

  ?Vermaledeit noch einmal, was… ist das für eine rupige Fahrweise?“, beschwerte sich hinter ihr eine wütende Stimmlage, die Sorcha mehr als bekannt vorkam. Aus weiterer Ferne vernahm sie diese zornige Stimme ihrer Granny.

  ?Mo ghràidh“, hauchte Adair neben ihr und besann sich wieder, wo sie waren. Anscheinend musste ihr Gef?hrte ihr aufgewühltes Chaos an Gefühlen durch ihre Gef?hrtenverbindung gespürt haben. Vor mehr als einer Stunde hatten sie sich auf den Weg gemacht, um auf das ehemalige Gel?nde des MacCulloch-Clans zu kommen. Wo sie all ihre Vorbereitungen getroffen hatten. Doch Adair hatte eine ruppige Vollbremsung hingelegt, was sie halb nach vorne geschleudert hatte. ?Was ist los?“, sprach er und sein Oberk?rper drehte sich halb auf dem Fahrersitz, nahm ihr Gesicht in beide H?nde, worauf sich seine Daumen beruhigend und tr?stend auf ihren weichen Wangen bewegten.

  Ihre Sicht verschwamm noch weiter und die Umrisse von Adair waren unscharf. Ihr Herz schlug schneller, weil sich ihre Gedanken wieder darum drehten, was sie in diesen Zustand versetzt hatte. ?Neil…“, schluchzte Sorcha und wurde von so vielen Emotionen erschüttert.

  ?Was ist mit… ihm?“, fragte Adair vorsichtig und besorgt, aber Sorcha konnte ihm nicht gleich antworten. Ihr Gef?hrte spürte es und nahm ihr den Zettel aus der Hand, den sie verzweifelt festhielt, als w?re es ihr pers?nlicher Anker. Sie sah durch verschleierte Tr?nen hindurch, dass Adair ihr magisches Schreiben anblickte und jedes Wort in sich aufnahm, w?hrend automatisch seine linke Hand sich um eine der ihren legte, die verkrampft auf ihrem Scho? ruhte. ?Hey, meine liebste kleine Schwester, ich wollte euch mitteilen, dass Shanna mich gefunden und mir geholfen hat, frei zu kommen. Auch wenn ich wütend auf euch bin, würde ich gerne euch allen in den Hintern treten, weil ihr meine Gef?hrtin in diese Gefahr habt ziehen lassen, aber… uns beiden geht es so weit gut und wir sind nicht alleine. Noch sind wir in diesem Labyrinth, weil wir noch etwas erledigen müssen, was den Clan vom MacLeod-Rudel betrifft. Wir schulden ihnen etwas und daher verz?gert sich meine Heimreise, aber wir werden uns so schnell wie m?glich beeilen, damit wir nach Hause kommen k?nnen. Ich vermisse euch alle. Neil“, las Adair mit verblüffter und ernster Stimme vor, sodass jeder es vernehmen konnte. Immerhin sa?en hinten auf der Rückbank ihre Granny, Grannpa und ihr eigener Vater, denen diese private Angelegenheit ebenso betraf.

  Hinter ihnen erklangen im ersten Augenblick beruhigende Ausatmer. Allen ging es gleicherma?en, was sie die ganze Zeit versucht hatten zu unterdrücken. Die schiere nackte Angst, die Sorge und gleichzeitig… ein unsagbarer Schmerz des Verlustes. Alle mussten bedenken, je l?nger die Abwesenheit von Shanna und Neil auffiel, desto eher würden die schlechten Nachrichten eintreffen. Je mehr Zeit verging, desto gr??er wurden die schlimmsten Befürchtungen. Doch… da Neil ihnen pers?nlich eine Antwort zukommen lie? und sein Befinden mitteilte, war das unsagbar erleichternd. Dies waren Neils Worte, die nach einer weiteren Minute einfach vom magischen Papier verschwanden. Sorcha wusste sofort, dies waren die Worte ihres gro?en Bruders, weil sie ihn kannte, und die Art, wie er schrieb… war seine eigene Handschrift. Daher war sie so durcheinander und von Gefühlen überschüttet worden, die wie eine Tsunamiwelle über sie hereingebrochen waren. Ohne Bedachtsamkeit… ohne jegliche Gnade.

  ?Das sind… erfreuliche Nachrichten“, unterbrach ihr Grannpa die traurige, aber rührende Stille in diesem ger?umigen Fahrzeug. ?Zwar sind sie noch nicht au?er Gefahr, aber es ist eine Erleichterung, dass Shanna ihn erreicht hat und ihr Versprechen an uns mehr als wahr macht. Das gibt uns die Hoffnung, dass beide wieder gesund nach Hause kommen und wir sollten zu unserer Mondg?ttin beten, dass sie es schaffen. Wir werden auf sie warten.“

  Sorcha nickte bei den fürsorglichen Worten ihres Gro?vaters, der selten seine Stimme erhob. ?Aye… wir werden auf sie warten“, schluchzte sie noch einmal auf, w?hrend sie versuchte, ihre Tr?nen zurückzuhalten und zu trocknen. Durch all das Chaos, das sie in den Tagen… letzten Wochen durchgemacht hatten, versetzte sie in ein ungeahntes Gefühlschaos. St?ndig wurde sie durchgerüttelt, ohne eine Chance zu bekommen, dagegen anzukommen oder ohne wirklich zu Atem zu kommen. Aber sie versuchte, stark zu sein und mit allem umzugehen, was passiert war und was noch auf sie zukam. Es war noch lange nicht vorbei.

  Daher schnappte Sorcha schweigend wieder ihr magisches Papier aus den Fingern ihres Gef?hrten und wollte sich ihrem Bruder mitteilen. Aus Sorge und einem tiefen Drang des Bedürfnisses. Zu lange herrschte zwanghaftes Stillschweigen zwischen ihnen. Sie waren ein Rudelclan, das auf N?he, Zugest?ndnisse, Berührungen, W?rme und Zuneigung basierte. Sie wollte sich nicht ausmalen, was Neil die ganze Zeit durchmachen musste. Aber… es war unverkennbar, dass er litt und all das wie eine Entzugserscheinung war. Deswegen schwebte ihr Stift, den Sorcha ergriffen hatte, wie von selbst über das Papier. Formulierte Worte von ihnen allen und wie sehr sie vermisst wurden. Ihr Bruder… und gleicherma?en seine Gef?hrtin, Shanna.

  ?Sorcha?“, fragte Adair mit seiner tiefen, rauen und fürsorglichen Stimme und ihre Aufmerksamkeit wanderte wieder zu ihrem Gef?hrten. Ihr Inneres hatte sich etwas beruhigt und ihre W?lfin lag lauernd in ihr. Die Wolfsohren gespitzt, w?hrend sie nerv?s ihren Kopf auf ihre Vorderbeine gebettet hatte. ?Alles in Ordnung?“

  Ein zaghaftes L?cheln breitete sich auf ihren Lippen aus und sie nickte. ?Aye… und es tut mir leid… für meinen pl?tzlichen Gefühlszustand“, bat Sorcha um Verzeihung. ?Aber… irgendwie hatte es mich pl?tzlich überflutet, dass ich dagegen nichts tun konnte, als mich eine Welle meiner Emotionen überrollt hatte. Die stetige Sorge… um Neil und alles andere, hat mich doch sehr mitgenommen. Ich bin nur froh, dass es eventuell ein kleiner Lichtpunkt im Tunnel da ist“, sprach sie leise und zittrig.

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  ?Keine Sorge, kleine Feuerblume“, erwiderte ihre Granny hinter ihnen, die in der Mitte von ihrem Vater und Gro?vater sa?. Sorchas grüne Augen wanderten nach hinten… aufmerksam und fühlend. Die faltige Hand ihrer Gro?mutter legte sich auf ihre rechte Schulter. ?Neil ist ein MacKenna und wir lassen uns nicht so leicht brechen. Er ist ein gro?er und unerschütterlicher Wolf, der niemals zulassen würde, dass seine Ehre Schaden nimmt. Ich bin zuversichtlich, dass er bei jeder vergangenen Sekunde wieder in unser Leben tritt, als w?re nichts gewesen.“

  Ohne weiteren Zwischenfall fuhren sie vorsichtig durch den liegengebliebenen Schnee im Wald weiter und Adair setzte nach einem kurzen, zufriedenen Seufzer vorw?rts. Hinter ihnen hatte die pl?tzliche Vollbremsung alle Fahrzeuge zum Stehen gebracht. Daher gelangten sie alle noch pünktlich auf das vorbereitete Gel?nde. Die schwarzen Autos parkten sie alle an der Seite des gro?en Geb?udes, das sie ausgesucht hatten. Nur zwei Etagen beinhaltete das Haus. Die untere Etage besa? Gemeinschaftsr?ume wie eine Küche, einen Gemeinschaftssaal und Toiletten, worauf oben der Saal ihres Treffpunkts stattfinden würde.

  Gemütlich und sich auf das vorzeitige Treffen vorbereitend stiegen alle wichtigen Insassen aus, w?hrend sie teilweise schweigend und voller Anspannung in das Geb?ude begaben. Alle bis auf sie und Adair blieben unten vor dem Eingang auf dessen h?chster Treppenstufe stehen, weil in diesem Augenblick eine mentale Ankündigung von Callum erhielten. Dadurch, dass dieser Wolf hier Beta auf diesem Gel?nde war und die Gegend besser kannte als ihr eigenes Rudel, bestand seine Aufgabe darin, sie vom Waldrand abzuholen und sie bis hierhin zu eskortieren. Immerhin war es wichtig, das Douglas und als ehemaliger Alpha bei ihnen beim Treffen dabei war. Keine weiteren fünf Minuten sp?ter fuhren drei dunkelgraue, l?ngliche Gel?ndewagen vor das Haus. Zu prunkvoll, als praktisch zu sein. In Sorchas Augen war das eine gewisse Art von Verschwendung und Luxus, all das eine Demonstration ihrer Macht und ihres Reichtums des Rates.

  Sorcha hatte ihr r?tliches Haar weiterhin in einen geflochtenen Pferdeschwanz gebunden, der ihr breit den Rücken hinabhing. Ihre Kleidung hatte sie gewechselt, wodurch das graue Wollkleid zu einem grünen umgewandelt worden war. Es sa? perfekt an ihrer kleinen, schlanken Gestalt und dazu eine schwarze Stoffhose, die ihre Haut vor der winterlichen K?lte schützen sollte. Ebenso der kariert gemusterte Tartan-Plaid, der schützend und w?rmend ihre Schultern und ihren Oberk?rper bedeckte. Ein leichter eisiger Wind streifte durch die leeren, knorrigen ?ste, w?hrend der Himmel schwere graue Wolken langsam vorbeiziehen lie?. Die Sonne hinter einer Wand von Wolken, die im Laufe des Tages ihren Schnee weiterhin lautlos fallen lassen würde. Adair stand neben ihr breitbeinig und mit verschr?nkten Armen vor seiner massiven Brust. Ihre W?lfin brummte zufrieden, weil sein schwarzer Kragenpullover sich perfekt an seinen Oberk?rper und seine Arme schmiegte… und jeden Muskel erahnen lie?, der sich darunter bewegte. Dazu seine enge, bequeme schwarze Jeanshose, die sich ebenfalls an seine Oberschenkel anpasste, als w?re es seine zweite Haut. Seine Gesichtszüge waren konsequent, finster und sein eiskalter blauer Blick zeigte keinerlei Reaktion oder Emotion… fokussierte sich auf die aussteigenden M?nner des Rates. Auch sie wandte ihre Aufmerksamkeit dorthin und erkannte die zw?lf Mitglieder… die ein gewisses hohes Alter entsprachen. Alle von ihnen besa?en das Alter zwischen vierzig und siebzig Jahren. Sorcha erkannte keinen von ihnen, aber ihre versteinerten und missmutigen Gesichtsausdrücke sprachen B?nde von ihrer Unzufriedenheit, w?hrend sie ihre Aufmerksamkeit nun ihnen schenkten, weil sie erwartet wurden.

  ?Alpha Adair“, erklang ein Mann des Rates mit gespielter Freundlichkeit, der offen mit ausgebreiteten Armen auf ihn zuging und n?her trat, als w?ren sie ihr Leben lang gute Freunde. ?Endlich haben wir das Vergnügen, uns einmal pers?nlich kennenzulernen“, schmalzte er mit gehobenem Tonfall, was ihre W?lfin vor Ekel knurren lie?. Ihre Bestie verspürte den riesigen Drang, alle anzuknurren, die sich in formelle dunkle Anzüge pr?sentierten, was vor Vornehmheit und Eitelkeit triefte. Allein das war Provokation und das Zweite, was Sorcha selbst pers?nlich mitbekam... keiner nahm Notiz ihrer Wenigkeit, sondern schenkten nur Adair Aufmerksamkeit, der ruhig, gelassen und voller K?lte neben ihr stand. Sie spürte seinen erzürnten inneren Gefühlszustand. ?Wir beide haben uns am Telefon gesprochen. Mein Name ist Steven Kindswood, sehr erfreut“, sagte der ?ltere Mann im Alter von fünfzig Jahren, mit grauen Str?hnen durchzogenen dunklen Haaren, die er glatt nach hinten gek?mmt hatte. Seine Hand hatte er ausgestreckt, aber Adair machte keine Anstalten, die Geste zu erwidern… sein eiskalter Ausdruck, mit verschr?nkten Armen und seiner offenen, autorit?ren Haltung.

  ?Willkommen“, grü?te Adair nur mit einem einzigen Wort die Anwesenden und Sorcha verspürte, wie unzufrieden ihr Gef?hrte war. ?Ich schw?re, mo ghràidh, ich würde gerne allen hier die Kehle rausrei?en. Jeden einzelnen“, nahm er mentalen Kontakt zu ihr auf, w?hrend er die alten W?lfe des Rates nicht aus den Augen lie?.

  Innerlich seufzte Sorcha und sie verspürte den Drang, ihn zu tr?sten, aber nicht jetzt. ?Aye, ich wei?, aber wir wussten, dass sie unh?flich sein würden.“

  ?Nicht so“, knurrte Adair und sie empfing seinen erzürnten Unmut. ?Sie sind respektlos und dass sie dich ignorieren… das macht mich wütend und mein Wolf will ebenso seinen Zorn freien Lauf lassen.“

  Gerade wollte Sorcha antworten, aber der alte Wolf, der zuvor gesprochen hatte, mischte sich wieder ein. ?Wir hatten doch eigentlich vereinbart, dass wir uns auf eurem Rudelgel?nde treffen. Zwecks der Schutzma?nahmen und was gerade Fürchterliches passiert. Hier ist absolut kein Schutz gew?hrt. Keinerlei für uns“, mahnte Steven Kindswood missmutig und als h?tte er jedes Recht, Vorschriften zu machen. Sorcha mochte ihn vom ersten Augenblick an nicht, weil seine dunklen Augen voller Hohn und Gleichgültigkeit funkelten.

  Nun war es auch an der Zeit, dass sie sich nach vorne drückte. Auch wenn sie darin keinen Gefallen fand, aber sie war die Luna und die Person, die ?ffentlich neben Adair stand. ?Ihr müsst euch keine Gedanken machen, ihr seid hier vollkommen sicher und…“

  ?Schweig“, drohte einer der anderen in der Ansammlung der M?nner des Rates eiskalt. ?Eine Frau hat zu schweigen und die Pflicht, für unser Wohl zu sorgen“, ermahnte er ohne jegliches Gefühl und diese verabscheuungswürdigen Blicke sagten alles und die Zurechtweisung unter ihnen, w?hrend sie Sorcha auf ihren Platz als Frau verwiesen. ?Das ist ein Gespr?ch unter M?nnern und die diese Autorit?t besitzen. Ihr habt euch nicht einzumischen, weil ihr kein Vorrecht besitzt.“

  Schottisches W?rterbuch:

  Mutter: Màthair

  Vater: Athair

  Bruder: Bràthair

  Onkel: uncail

  Gro?vater: seanair

  Gro?mutter: seanmhair

  Meine Herzen: mo chridhe

  Liebling: A ghràidh

  Meine Liebste: mo ghràidh

  Mein Schatz: mo ghràdh

  Meine Sch?ne: mo àilleag

  Meine Tochter: mo nighean

  Meine Familie: mo teaghlach

  Mein Alles: Mo shonuachar

  Mein kleines M?dchen: Mo nighean bheag

  Mein Seelengef?hrte: mo anam cara

  Mein Herz und meine Seele: Mo chridhe ?s mo anam

  Seelenbegleiter: Anam chompanach

  Meine Fee: Mo shìthiche

  Meine Schwester: Mo phiuthar

  Meine geliebte Schwester: Mo phiuthar ghràidh

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