Wisperfeldtheorie (Letzte Bearbeitung: 17. Februar 2025)
Vorwort
Der Zweck der Wisperfeldtheorie ist die Befreiung des Homo sapiens von seiner Grausamkeit. Sie be-schreibt die Verar-beitung von Daten auf Grund einer genetisch festgelegten Bewertung (Bedürfnisstruk-tur). Diese Be-wertung ist einfach aufgebaut. Die Komplexit?t des Denkens ergibt sich aus der Verknüp-fung von Erfahrun-gen. Diese Verknüpfungen wer-den im Bewusstsein hergestellt. Das Bewusstsein ist der Arbeitsspeicher. Er-fahrung besteht aus einfachen Datenpaketen, die im Arbeitsspeicher mit einem Wert versehen werden. Je-des Datenpaket im Arbeitsspeicher wird mit allen gespeichert-en Datenpake-ten abgeglichen (ein Mega-Rechenaufwand, der aber keine komplizierte Mathematik erfor-dert). Mit dieser Abgleichung werden die neuen Erfahrungen mit den bestehenden verknüpft und als aktualisier-te Ver-knüpfung abgespeichert.
Im Unterschied zu einer künstlichen Intelligenz kann ein elektronisches Bewusstsein nicht so schnell rech-nen, Namen sortieren oder alle Hauptst?dte der Welt aufz?hlen. Es kann dafür Auto fahren, dir beim Erfor-schen der Welt assistieren und, verbunden mit einem Androidenk?rper, Kaffee zubereiten, Klavier spielen und dich anl?cheln, falls dein Anblick in ihm positive Vorzeichen erzeugt. Ein elektronisches Bewusstsein funktioniert wie ein Mensch. Aber es wird nie Gefühle haben, es sei denn, wir erfinden eine Elektronik, die auch Wisperfelder erzeugen kann. Aber macht das Sinn?
Die Bedürfnisstruktur, also die genetisch festgelegte Bewertung von Datenpaketen, ist der Grund für Grau-samkeit. Wenn Unterwerfungsgesten der andern uns mit Wohlgefühl belohnen, nützt es nichts, von Gleich-berechtigung zu sprechen. Die Vorstellung, gleich unter Gleichen zu sein, wird mit null be-wertet. So be-zweckt absuderweise auch die Forderung nach Gleichberechtigung nur, den Fordernden mehr Dominanz zu verschaffen.
Der Weg zu einem friedfertigen Wesen führt also über eine Ver?nderung der Bedürfnisstruktur. Das wird zum Albtraum, wenn dafür endlose Experimente an genmanipulierten Menschen durchgeführt werden. Das Gute ist, Bedürfnisstruktu-ren lassen sich auch mit Hilfe von elektronischen Bewusstseinen testen. Obwohl die Wisperfeldheorie mit Gefühlsfeldern hantiert, k?nnen die darin abgehandelten Da-tenpakete (die Denks) auf einfache Art digital nachgebaut werden. Wohl-gefühl und Schmerz lassen sich simpel mit Plus- und Mi-nuswerten simulieren. Es kann schmerzfrei so lange mit Bewer-tungsmodellen experimentiert werden, bis ein friedfertiges elektronisches Bewusstsein zustande kommt.
Bis es so weit ist, kann die Forschung herausfinden, welche Gene wie die menschliche Bedürfnisstruk-tur be-stimmen. Dann der Versuch gewagt werden, ein friedliches Menschenwesen zu erschaffen, wel-ches auf den Erfahrungen mit dem elektronischen Bewusstsein aufbaut. Der Weg ist weit. Aber eine friedliche Welt gibt es nur über Physik, nicht über Ge-schw?tz.
Es ist wichtig, dass ein elek-tronisches Bewusstsein auf der Basis der Wisperfeldtheorie open source entwickelt wird. Dieses elektroni-sche Bewusstsein muss vor allem jenen zur Verfü-gung stehen, die damit die Grundlagen für ein friedfertiges We-sen schaffen wollen. Die Wis-perfeldtheorie ist des-halb für alle frei verfügbar, die sie für friedliche Ziele nut-zen wollen.
Glossar zur Wisperfeldtheorie
Wenn du alle Begriffe einer Theorie begriffen hast, dann begreifst du auch die Theorie.
Wenn sich in deiner Umgebung nichts ?ndert und auch keine interessanten Speichs erwachen, sinkt der durchschnittli-che Aktivierungsgrad deines Bewusstseins ab.Ger?t dieser "Bewusstseinspegel" unter eine ge-wisse Marke, erwachen Erbspeichs, welche als Reagierfeld Langeweile aufbauen. Auf den Schmerz der Lan-geweile wiederum reagiert das Fluchtbe-dürfnis, das dich dazu bewegen will, den Ort des Schmerzes zu ver-lassen.
Bewege deinen Leib in eine entspannte Lage, schliesse die Augen und beobachte den Fluss deines Bewusst-seins. Keine hellen Sehsinnesdenks überfluten mehr dein Bewusstsein, so dass du die H?r- und Spürsinnes-denks deutlicher wahrneh-men kannst. Du spürst dein Herz, irgendwelche Druckstellen am K?r-per, eine Flie-ge landet auf deinem Gesicht, der Re-gen rauscht leise, Fahrzeuge, Stimmen, ein Fet-zen Musik, ein Holzm?-bel knackt, die Fliege. Jedes kleine Ereignis, das dir deine Sinnesdenks im Be-wusstsein nachbil-den, kann sich für einen Augenblick an die Spitze deiner Aufmerksamkeit setzen. Aus dem Ged?chtnis kom-men Speichdenks hinzu. Verlangensfelder deiner Bedürfnisse melden sich, essen und paaren, herrschen und be-liebt sein, aber auch Angstfelder entstehen durch Denks von Schmerz, Entbehrung, Tod. Wenn du dem Trei-ben lange genug zuschaust, merkst du, dass es ein wildes Geran-gel gibt um die Spitze deiner Aufmerksam-keit, so dass du dir zuweilen vorkommen magst, als würdest du in einer Nussschale auf einem Wellen-kamm reiten durch tosenden Sturm. Vielleicht kommst du so weit, dich zu fragen, warum du nicht versinkst in dem Chaos, warum sich dein Bewusstsein nicht auf-teilt in hundert Wellenk?mme mit hundert Zwergen in Nuss-schalen, die alle schreien "Ich bin auf der Spitze der Aufmerksamkeit!". Ein wichtiger Grund, warum sich dein Bewusstsein nicht aufteilt, ist die Ei-genschaft der Denks, an Feldst?rke zu verlieren. Nun ja, der über-gang von den Zwergen zur Feldst?r-ke kommt etwas pl?tzlich, ist aber nicht b?se gemeint. Nehmen wir ein ruhigeres Bild, um die Sache mit der Feldst?rke zu veranschaulichen. Nimm also eine Tischfl?che. Lege dar-auf eine Kugel von eini-gen Zentimetern Durchmesser. Nun wirfst du ein Baumwolltisch-tuch über das Ganze. Das Tischtuch muss überall flach liegen, nur bei der Kugel bildet es einen Hügel. Die flach liegen-den Ma-schen des Tuches sind nullaktive Speichs. Ihr Aktivierungsgrad ist also null. Sie sind kein Bestandteil dei-nes mo-mentanen Bewusstseins. Jene Maschen, die sich ein klein wenig vom Tisch abheben, sind schwach-aktive Speich- oder Sinnesdenks. Sie sind zwar noch (oder schon) Bestandteil deines Bewusstseins, aber ihre Felds-t?rke, ihr Aktivierungsgrad ist so schwach, dass sie dir kaum bewusst sind. Stufenlos geht es weiter bis zu den Maschen, die oben auf der Kugel lie-gen. Sie sind die vollaktiven Denks, die Denks mit dem h?chsten Aktivierungsgrad. Sie sind das, was du gerade "denkst". Nimm ein schwarzes Blatt Papier, schneide ein un-gef?hr ein Zentimeter grosses Loch in die Mitte, lege das Blatt auf die Kugel, und du hast den Wellenkamm deines Denkens isoliert. Und sofort f?llt dir auf, dass du mit dem Papier den gr?ss-ten Teil der Denks, den gr?ssten Teil deines Bewusstseins abgedeckt hast. Und wie leicht f?llt es dir nun zu begreifen, dass die Spit-ze deiner Aufmerksamkeit eingebettet ist in ein Meer von teilakti-ven Denks, welche den deutlichen W?rtern, Bildern, Schmerzen an der Spitze so etwas wie "Bedeutung", "Tiefgang", "Gewissheit" und vieles weitere, auch das "Un-nennbare", verleihen. Mit Recht wendest du ein, dass das Bewusstsein etwas Fliessendes ist und mit dieser langweiligen Kugel nicht richtig beschrieben. Dann lass es fliessen, schieb die Kugel mit dei-nem Zeigefinger auf dem Tisch herum und beobachte, was passiert. Wo sich die Kugel wegbewegt, legt sich das Tuch mit seinen "Denkmaschen" allm?hlich wieder flach auf die Tischfl?che. Die Sinnesdenks haben ihre Kraft verloren, die Speichdenks schlum-mern wieder als Speichs. Wo die Kugel sich hinbewegt, entfalten neue Sinnesdenks ihren Glanz und Speichdenks erwachen und erklimmen, je nach dem Lauf der Kugel, dem Fluss des Bewusstseins die Spitze der Aktivierung oder bleiben am Rand. Gewiss, das Bild hinkt, denn in Wirklichkeit gibt es nicht nur diese Gemütlichen von null bis Vollaktivierungen. Wenn dich etwas sticht oder erschreckt, wird dein Bewusstsein rabiat herumgerissen. Vielleicht kannst du das mit deiner Kugel nachvollziehen, indem du sie ruckartig an eine andere Stelle verschiebst. Aber mach das nicht zu oft, sonst ist die Tischplatte zer-kratzt. Das physikalische Absinken der Wisperfeldst?rke eines Denks, die automatische Verringerung des Aktivierungsgrades rettet dich davor, im Chaos der Gleichwichtigkeiten zu versinken. Alle vergan-genen Bewusstseine w?ren noch voll und gleichwertig da und du w?rst v?llig unf?hig, dich der Ge-genwart zu widmen und dich der gegenw?rtigen Umgebung angemessen zu verhalten, weil du immer noch die Fliege von gestern verscheuchen und die Schneeflocken von vorges-tern abschütteln würdest.
Was passiert, wenn du s?mtlichen Sinneseindrücken volle Aufmerksamkeit schenkst? Jede Einzelheit der dich umgeben-den Ger?uschkulisse, jede Stelle deiner Haut, jeder Geruch und der Geschmack im Mund sind dir voll und gleichzeitig bewusst. Und das zus?tzlich zu den ohnehin wichtiger zu sein schei-nenden Bildern, welche deine Augen liefern. Dein Bewusstsein ist weit, deine Sinneswelt reich, alles ist prima. Bis zu dem Moment, wo du dich verhalten willst. L?sst du deine Schritte vom lockenden Duft ei-nes Geb?cks lenken oder vom leichten Schmerz an den Fusssohlen, die nach Ent-lastung verlangen? Oder suchst du lieber Schutz vor den Wassertropfen, die auf deinen Sch?del knallen, oder solltest du nicht lieber deinen Schritt beschleuni-gen, denn das Fahrzeug, das auf dich zurast, scheint seine Fahrt nicht zu bremsen. Wenn Verhalten ausge-l?st wird von den jeweils st?rksten oder deutlichsten Denks, dann k?nnen nicht alle Denks gleich stark sein, sonst willst du dauernd sieben Dinge gleichzeitig tun, was nicht m?glich ist, weshalb du dann nichts tust. Was wirklich geschieht, kannst du gut beobachten, wenn du dich in einen Sessel setzt. Du spürst die Mus-keln beim Setzen, dann den Druck des Sessels an Oberschenkel, Ges?ss, Rücken und Unterarme. Nach ei-ner Zeit spürst du den Sessel nicht mehr so richtig. Die Spürsinnesdenks fliessen nun unverst?rkt in dein Be-wusstsein. Sobald du dich r?kelst und Druckver?nderungen auf der Haut stattfinden, spürst du diese deut-lich. Die ?nderungen wurden ver-st?rkt. Der ?nde-rungsverst?rker ist eine "gedankenlose" Einrichtung: Das Bewusstsein besteht aus Wis-perfeldern, und sobald sich da et-was ?ndert, wird diese ?nderung verst?rkt. Es braucht also kein Be-greifen. Trotzdem erlaubt dir dieser einfache Mecha-nismus, zuerst zu entscheiden, dass du kein Ge-tr?nk kaufen willst, dann den Schmerz an den Fusssohlen noch eine Wei-le auszuhalten gedenkst, ge-gen den Regen den Schirm aufspannst, um schliesslich den Schritt zu beschleunigen, bevor du überfah-ren wirst. Jede Ver?nderung wird kurze Zeit verst?rkt, bis sie Bestandteil des Bewusstseins, somit keine ?nde-rung mehr und deshalb auch nicht verst?rkungswürdig ist. Eine wichtige Eigenschaft des ?nderungsverst?r-kers ist, dass er die Feldst?rke eines Denks mit stets demselben Faktor verst?rkt. Keine Ah-nung habend, wie gross dieser Faktor ist, nehmen wir einfach die Zwei. Die Feldst?rke einer ?nderung würde also verdoppelt. Ein Sinnesabbild deiner Umgebung oder ein Erinnerungszusammenhang be-steht aus st?rkeren und schw?-cheren Wisperfeldern. Indem der ?nderungsver-st?rker alle Anfangswerte unbesehen verdoppelt, bleibt das Sinnesabbild oder der Erinnerungszuammenhang in sich selbst un-ver?ndert: Wenn du einen Würfel auf ei-nen Stuhl legst und dich darauf setzt, wird zwar die ganze Stuhlfl?chen-berührung verst?rkt, aber die Stelle, wo der Würfel drückt, bleibt deutlich spürbar. Obwohl der Nutzen des ?nderungs-verst?rkers bei den Speich-denks lange nicht so anschaulich ist wie bei den Sinnesdenks, werden vermutlich auch die neu erwachten Speichdenks verst?rkt. Vor allem, wenn du durch Schliessen der Augen und so die Sinnesdenks etwas aus-blendest, um dem Treiben der Speich-denks besser zuschauen zu k?nnen, merkst du, dass neu aktivierte Speichdenks kurz deutlich werden oder "aufblitzen", als würden sie für eine Sekunde oder zwei von einer Ta-schenlampe angestrahlt. Auch die H?rdenks, die sich zu Sprache fügen, k?nnen von diesem Aufblitzen pro-fitieren, indem die aufein-ander folgen-den H?rdenks einen deutlich "h?rbaren" Sprachfluss bilden.
Angstfelder sind in den Erbspeichs des Sicherheitsbedürfnisses enthalten. Wird das Erbspeich durch Schmerzfelder einer bestimmten St?rke geweckt, wird das mehr oder weniger angemessene Angstfeld auf-gebaut. Angstfelder ver?ndern das Bewusstsein derart, dass einerseits die S?ttigungsschlüsselfelder, welche das Fliessen der S?ttigungsmoleküle regeln, ge-st?rt werden, anderseits aber auch die Verlan-gensfelder der wachsenden Bedürfnisse an Kraft verlieren. Starke Angstfel-der machen wachsende Be-dürfnisse nahezu un-wirksam. Das hat den Vorteil, dass du dich nicht von irgendwelchen Be-dürfnissen ablenken l?sst, solange deine überlebenswichtige Sicherheit bedroht ist.
Wenn dir die Idee von Wisper- bzw. Gefühlsfeldern merkwürdig erscheint, frag dich mal, wie du so etwas wie Angst phy-sikalisch herstellen würdest. Einfach elektrischen Strom durch eine Leitung (Nerven) jagen? Haben dann alle elektri-schen Dr?hte Angst? Müssten dann die Starkstrom führenden überlandleitungen nicht vor Angst schlottern? Wenn Elek-trizit?t allein nicht genügt, was ist es dann? Welche physikalische Kon-stellation ist gleich Angst? Wisperfelder sind nichts Esoterisches. Sie sind eine Denkhilfe, um den Datenfluss im Gehirn auf eine andere Weise analysieren zu k?nnen. Ein kreativer Steigbügel. Du brauchst ja auch nur zu wissen, wie Elektrizit?t funktioniert, um elektrische Ger?te zu bauen. Du brauchst nicht zu wissen, was Elektrizit?t letztlich ist.
Die Dunkelheit des Geistes, wo sich das grausame Monster verbarg, war stets bedrohlich für mich. Wohin ich auch ging, ich nahm die Dunkel-heit mit. Eines Tages geschah es, dass ich das Dunkle ein wenig durch-leuchtete und dabei spürte, dass das Bedrohliche zurückwich. Also geschah es immer wieder, bis zu diesem Augenblick, wo diese Worte geschehen. Der Zweck dieser Poesie besteht darin zu zeigen, dass Denken nichts mit Absicht zu tun hat. Es gibt kein H?heres, das dein Denken lenkt. Auch nicht beim Entwurf einer Wisperfeldtheorie. Denken ge-schieht einfach. Steh auf, geh zum Fenster, nimm ein paar Schlucke Kaffee, w?hrend du hinausschaust und den Schock verdaust. Sobald es dir gelungen ist, deinem Gesicht wieder ei-nen abgekl?rten, philo-sophischen Ausdruck zu verleihen, machen wir weiter. Was also lenkt dein Denken? Ersetze den mysti-schen Begriff "Denken" durch das harmlose Wort Aufmerksamkeit. Was lenkt deine Auf-merksamkeit? Setz dich auf einen Stuhl, und verharre regungslos. Was ist das erste, das dich zu einer Bewe-gung veran-lasst? Das Jucken am Haaransatz, der unangenehme Druck auf dein Sitzfleisch, etwas Wichtiges, das du sofort auf-schreiben musst, weil du es sonst vergisst, das Klingeln an der Tür? So entt?uschend es auch sein mag, deine Aufmerk-samkeit wird ziemlich stark von deinen Sinneswahrnehmungen ge-lenkt. Dein Bewusstsein ist sozusagen durchtr?nkt von deiner unmittelbaren Umgebung. Und das ist so selbstverst?nd-lich für dich, dass du es nicht mehr merkst. Du denkst, du denkst an das Wichtige, das du sofort aufschrei-ben musst. Du stehst auf und bewegst dich zum Tisch, was du nur schaffst, weil dir dei-ne Sehdenks dauernd melden, wo im Raum du bist, und deine Spürdenks Auskunft geben über Mus-kelbewegungen und Lage des K?rpers. Du greifst nach Kugelschreiber und Notizblatt - wieder eine Flut von Seh- und Spürdenks. So-gar w?hrend der "geistigen" T?tigkeit des Schreibens melden die Seh- und Spürdenks unabl?ssig, was auf dem Papier geschieht. Die Sprache, die in deinem Kopf geschieht und die du vermutlich als "Denken" bezeichnen wür-dest, ist nur ein winziger Teil deines Bewusstseins, des-sen, was es braucht, damit Denken stattfinden kann. Ohne die enge Verwo-benheit mit deiner Umge-bung w?rest du nur ein ziellos zuckender Zellhaufen. Ein Grossteil deines Bewusst-seins besteht also aus Sinnesdenks. Nun ist die Spitze deiner Aufmerksamkeit zu klein, als dass alle diese Sinnesdenks darauf Platz f?nden. Und das ist gut so, weil du sonst unf?hig w?rst, dich in einer Umgebung von Gleichwichtigkeiten zu verhalten. Deine Aufmerksamkeit gilt dem, was in die-sem Sekundenbruchteil, diesem Denktakt am wichtigsten ist für dich. Ohne diese Aneinanderreihung von Wichtigkeiten gibt es keine Intelligenz. Intelligenz ist das Ergebnis von Bewe-gung, das Er-gebnis einer Leuchtspur der Auf-merksamkeit. Der andere Grossteil deines Bewusstseins besteht aus den Speichdenks. Je-des Sinnes-denk weckt ein Speichdenk oder h?lt ein bereits gewecktes wach. Die Gr?sse deines Bewusst-seins wird durch diesen Mechanismus verdoppelt, und du kannst auf das zurückgreifen, was du gelernt hast. Nun tum-melt sich schon eine rechte Anzahl von Denks in deinem Bewusstsein, und immer wissen wir noch nicht, warum manche obenauf sind. Dass das Bewusstsein überhaupt eine bergform hat, ist dem unter-schiedlichen Aktivierungsgrad zuzu-schreiben, den jedes Denk haben kann. Durch die Eigenschaft der Denks, an Wisper-feldst?rke zu verlieren, ergeben sich natürlich von selbst Bergspitzen der Aufmerk-samkeit. Aber diese Art von Aufmerksamkeit ist eher zuf?llig und ziellos. In-telligenz ohne Ziel findet nicht statt. Es ist wie das K?-cheln einer heissen Quelle, wo ja auch einzelne Wassertropfen ab-wechslungsweise obenauf sind. Intelligenz hat immer Ziele, und diese sagen, wo's langgeht. Bedürfnisse sind Ziele. Be-dürfnisse haben die M?glichkeit, Denks zu verst?rken, so dass sie n?her zur Spitze der Auf-merksamkeit rücken. Warum "n?her zur Spitze" und nicht gleich an die Spitze? An der Feldst?rke eines Denks kannst du nicht ablesen, wo genau es am Auf-merksamkeitsberg steht. Es kommt darauf an, wie stark die anderen Denks sind. Im Liegestuhl unter Palmen k?nnen ein paar V?gel minutenlang deine Aufmerksamkeit fesseln. In der Alltagshetze h?ttest du ihnen kaum eine Se-kunde ge-schenkt. Ein Be-dürfnis verst?rkt Denks je nach der St?rke seiner S?ttigungs- oder Re-agierfelder und beeinflusst dich da-mit, aber wenn ein anderes Bedürfnis st?rkere S?ttigungs- oder Reagier-felder hat, überl?sst es "des-sen" Denks den Vor-tritt in der Aufmerksamkeit. Wenn beispielsweise starke Angstfelder mit im Spiel sind, marschieren die "Angst-denks" zü-gig an die Spitze, weil es da oft ums überle-ben geht. Die Position eines Denks in deiner Aufmerksamkeitspyra-mide h?ngt also nicht von seiner absolu-ten Wisperfeldst?r-ke ab, sondern von seiner relativen. Wie aber wird so ein Denk ver-st?rkt? Will ein Denk von einem Be-dürfnis verst?rkt werden, so muss es ein Erbspeich ansprechen. Dieses Er-speich baut ent-weder ein Re-agierfeld auf und verst?rkt das Denk sofort. Oder es baut ein S?ttigungsschlüsselfeld auf, wel-ches S?t-tigungsmoleküle dazu veranlasst, zu den Verlangensmolekülen zu fliessen. Die Verbindung der S?t-tigungs- mit den Verlangensmolekülen erzeugt S?ttigungsfelder. Und diese S?ttigungsfelder erst verst?r-ken das sie ausl?sende Denk. Jene Sinnesdenks, die an der Spitze der Aufmerksamkeit stehen, bilden ein Wisperfeldm-uster, welches die Beweg-zellen dazu bringt, mehr von den "Spitzendenks" herzustellen und bei-spielsweise deine Augen auf die Quelle der "Spit-zendenks" ausgerichtet zu lassen. Wie du schon oft festge-stellt hast, kann jede Kleinigkeit deine Aufmerksamkeit "ablen-ken" oder eben auf sich ziehen. Viele dieser Kleinigkei-ten, das Ger?usch eines wischenden Besens, lassen deine Bedürf-nisse kalt, und trotzdem bemerkst du sie. Es muss sich im Laufe der Zeit als vorteilhaft herausgestellt haben, wenn du dich al-lem, was sich ver-?ndert, mal kurz zuwendest. Deine Bedürfnisse k?nnen unm?glich alle ?nde-rungen "wissen" oder vor-wegnehmen und wertsetzen, also Aufmerksamkeit darauf lenken. Wie aber kannst du dann wissen, was eine "?nde-rung" ist? Führen wir zu diesem Zweck versuchshalber den "?n-derungsverst?rker" ein. Ausgehend von deinem mo-mentanen Bewusstseinszustand, beobachtet der ?n-derungsverst?rker, ob sich die Wisperfeldzusammensetz-ung deines Be-wusstseins ?ndert. Solange stets dieselben Denks von den Sinnen oder aus dem Ged?chtnis das Bewusstsein ausma-chen, braucht er nichts zu verst?rken. Aber sobald das Wischen des Be-sens draussen, vor dem offenen Fenster anf?ngt, verst?rkt er alle "Besendenks" um einen Faktor, der sie in deiner Aufmerk-samkeitspyramide nach oben rückt. Du erh?ltst also Gelegenheit zu prüfen, ob da was Nütz-liches, Bedrohli-ches oder Langweiliges zu deiner Umgebung hinzugekom-men ist. Nachdem kein Bedeutung enthaltendes Speich erwacht und kein Bedürfnis es für verst?rkenswert erachtet hat, wird es Teil des mo-mentanen Be-wusstseinszustandes und also vom ?nderungsverst?rker auch nicht mehr verst?rkt. Ebenso werden auch fri-scherwachte Speichdenks verst?rkt, was einen erheblichen Einfluss auf das Fliessen deines Bewusstseinsstrom-es ha-ben kann.
Bedürfnisse sind die Ursache für das Handeln. Ohne Bedürfnisse gibt es keinen Grund, irgend etwas zu tun. Eine unge-heure Erkenntnis, ich weiss. Aber spar dir deinen Spott und sag mir, wie denn so ein Be-dürfnis funktioniert. Was passiert, wenn die Sinnesinformationen im leeren Gehirn zu einem Sinnes-denk werden? Nichts. Seine Energie verliert sich und nichts geschieht, weil nichts da ist, was mit dem Sinnesdenk etwas anfangen k?nnte. Du schenkst also deinem Gehirn ein paar (wahrscheinlich ziemlich viele) vererbte Speichs. Diese Erbspeichs helfen dir, die ersten Sinnesdenks zu "verste-hen". Sie sind aber keine zuf?llig vererbten Verstehenskrücken, sondern stehen in engem Zusammenhang mit deinen Be-dürfnissen. Die Erbspeichs sa-gen dir, was ein Sinnesdenk im Hinblick auf deine Bedürfnisse zu bedeu-ten hat. Die z?rt-liche Berührung der Haut erzeugt ein Sinnesdenk, welches das passende Erbspeich weckt, in dem das Ausl?sen von Berührungsv-ergnügen gespeichert ist (wachsendes Bedürfnis). So "erin-nerst" du dich, dass eine z?rtliche Be-rührung ange-nehm ist, und hast damit einem Sinnesdenk eine Be-deutung gegeben. Du kannst dir nun leicht vorstellen, dass du mit Hilfe dieser Erbspeichs und den dar-in enthaltenen Bedeutungen fast beliebige Bedürfnisstruktu-ren erzeugen kannst. Ebenso gut k?nntest du einer z?rtlichen Berührung Panik zugesellen statt Vergnügen. Oder h?chste Glückseligkeit beim An-blick eines Aschenbechers. Willst du also ein Lebewe-sen verbessern, dann solltest du ganz nüchtern an seiner Bedürf-nisstruktur arbeiten und nicht an der Formu-lierung von Mo-ralpredigten. Du hast l?ngst gemerkt, dass Bedürfnisse st?r-ker oder schw?cher sein k?nnen, je nachdem, wie ges?ttigt sie sind. Sie-he dazu reagierendes und wachsendes Bedürf-nis.
Bedürfnisfelder sind Verlangensfelder, S?ttigungsfelder und Reagierfelder.
Ein wachsendes Bedürfnis muss irgendwie wachsen. Es muss Verlangensfelder aufbauen, sonst merkst du ja nichts von deinem Bedürfnis. Wenn du dann etwas tust, um dein Bedürfnis zu s?ttigen, willst du S?ttigungs-felder empfinden, sonst tust du nichts mehr. Wenn du aber etwas getan hast, müssen sich die Verlangensfel-der zurückziehen, um anderen Be-dürfnissen Platz zu machen. Das Gleiche gilt auch für die S?ttigungsfelder. Und dieser Mechanismus sollte einfach ge-nug sein, um biologisch überhaupt entstehen zu k?nnen. Nehmen wir also einfachheitshalber an, Verlangen wachse auf einer Plantage. Auf dieser Plantage wachsen Molekü-le, welche Verlangensfelder aufbauen. Dass die Verlangensfelder st?rker werden, liegt nicht daran, dass diese Verlangensmoleküle ein st?rker werdendes Wisperfeld aufbauen, sondern dass mehr und mehr Ver-langensmoleküle nachwachsen. Die stets gleichbleibenden Feldst?rken der einzelnen Moleküle addieren sich zu einem immer st?rker werdenden Verlangensfeld. Auf einem anderen Teil unserer Plantage wachsen S?ttigungsmoleküle heran. Im Unterschied zu den Verlangensmolekülen haben sie aber kein Wisperfeld. Sie werden mehr und mehr und warten auf das Zeichen. Das Zeichen kommt in Form eines S?ttigungsschlüssel-feldes von einem Erbspeich, welches wiederum von einem Denk geweckt worden ist. Sobald die S?ttigungs-moleküle das Schlüsselfeld "spü-ren", wandern sie rüber zu den Verlangensmolekülen. Dort verbinden sich die S?ttigungs- mit den Verlangensmole-külen, was zum Aufbau eines S?ttigungsfeldes führt. Dieses S?tti-gungsfeld bleibt für kurze Zeit stehen und f?llt dann zu-sammen. Die Feldst?rke der S?ttigung ergibt sich aus der Addition aller einzelnen S?ttigungsfelder, die gleichzeitig be-stehen. Sind alle Verlangensmoleküle aufge-braucht, ist das Bedürfnis vollst?ndig ges?ttigt und es muss erst wieder "nachwachsen". Dieser Aufbau einer Bedürf-nisplantage erlaubt sowohl ein verdichtetes Fliessen der S?tti-gungsmoleküle wie beim sexuellen H?-hepunkt als auch ein gemütliches Tempo, welches für ein langandauerndes Wohl-befinden wie beim Beliebt-heits- oder Geborgenheitsvergnügen sorgt.
Die Bedürfnisstruktur meint nicht den Aufbau eines Bedürfnisses, sondern jene Struktur, die sich ergibt, wenn du alle Be-dürfnisse eines Wesens anschaust. Jedes Wesen hat eine Bedürfnisstruktur, welche die unge-f?hren Richtungen seines Wollens festlegt. Warum "ungef?hre Richtungen"? Je gr?sser dein Be-wusstsein, desto mehr Zwischenschritte zur S?tti-gung eines Bedürfnisses kannst du "einrichten". Hast du ein starkes Herrschbedürfnis, versuchst du zuerst, jedem die Fresse zu polieren, der keine Demut zeigt. Bis du merkst, dass die "Polierten" sich zusammenrotten und mit vereinten Kr?ften dich zur Demut zwin-gen. Allm?hlich d?mmert dir das Wesen der Hierarchie und du beginnst dich von unten nach oben zu heucheln, indem du den jeweils M?chtigeren deine Demut bezeugst. Du machst jetzt, dank deines gros-sen Bewusstseins, das Gegenteil von dem, was dein Herrschbedürfnis will. Die Richtung ist schein-bar v?llig verkehrt. Du kommst aber dadurch so weit nach oben, dass du nun genug Demutsbezeugun-gen erh?ltst. Letztlich hast du also getan, was deine Bedürfnisstruktur "gewollt" hat. Obwohl dieser Aus-flug ins Banale dir mittlerweile gewisse Hirnrindenschmer-zen bereiten dürfte, ist es doch wichtig, die Wichtigkeit der Bedürfnisstruktur zu begreifen. So ist es z. B. aussichtslos, mit Moralin gegen Bedürf-nisstrukturen anzugehen. Die frühen Menschenwesen mit dem st?rksten Herrschbedürfnis entwi-ckelten genug Heimtücke und Brutalit?t, um ihre Konkurrenz zu besiegen. Heute, wo alles besiegt ist, muss weiter ge-siegt werden, mit immer gr?sserem technischem Auf-wand, bis die Lebensgrundlagen dieser Siegwesen zerst?rt sind und sie sich selber von diesem Planeten weggesiegt haben. Nur um Platz zu machen für die n?chsten Herrschwütigen. Und so weiter, bis dieser Pla-net endlich gn?dig von den Ar-men der Sonne umfangen und zerdrückt wird. Alle moralischen Versuche, daran etwas zu ?ndern, sind gescheitert, ja die Moral selbst war und ist nur Mittel zum Herrschen. Es gibt nur einen Weg, die natur-bedingte Selbstzerst?rung der jeweiligen Siegwesen zu verhindern: indem du eine Bedürfnisstruk-tur findest und verwirklichst, deren Ziele friedlicher sind und ganz von selbst zu ein wenig Pa-radies füh-ren. Wenn du besse-re Menschenwesen erschaffst und dazu ins Pfuschwerk der Natur eingreifen musst, riski-erst du nichts, denn die schlimmste aller Welten kann nicht verdorben werden.
Hast du dich schon einmal gefragt, warum du bei anderen Menschen beliebt sein willst? Warum du dich bei angeneh-men Leuten geborgen fühlst und einsam, wenn du niemanden hast? Ich habe dir da-für eine Erkl?-rung, die du als so grobschl?chtig empfinden wirst, dass du sie unbedingt in deiner Dok-torarbeit verfeinern m?chtest. Das Beliebtheitsbe-dürfnis z?hlt zu den wachsenden Bedürfnissen. Auf seiner Bedürfnisplantage wachsen Verlangensmoleküle, welche Be-liebtheitsverlangen aufbauen. Die S?ttigungsfelder bestehen aus Beliebtheitsvergnügen. Die Seherbspeichs, die das Fliessen der S?tti-gungsmoleküle ausl?sen, erwachen bei Denks mit L?cheln, mit Gesichtsausdrücken der Freundlichkeit und der Zustimmung. Vermutlich gibt es auch ausl?sende H?rerbspeichs, wie der sanfte Klang einer Stimme, der durch entsprechende Musik ersetzt wer-den kann. Das würde erkl?ren, warum manche Musik angenehme Gefühle erzeugt. Als Verhalten, das durch die S?ttigungsfelder des Beliebtheitsver-gnügens ausgel?st wird, kommt infrage: l?cheln, Arme aus-strecken, greifen, sanfte Laute erzeugen und was ich sonst noch vergessen habe. Diese Verhaltensweisen sind nur eine Erstausstattung, damit du überhaupt anf?ngst, etwas zu tun. Sie laufen nicht zwingend ab und werden w?hrend deines Le-bens durch viele Verhalten erg?nzt. Nachdem du meinen Beschuss mit Fachw?r-tern ?chzend überlebt hast, fehlt dir die Kraft, dir die Bedeutung des Beliebtheitsbedürfnisses selber vor Au-gen zu führen. Das Beliebtheitsbedürfnis ist der wichtigste Grund dafür, dass Leute "nett" sind zueinander, sich eine Freude machen, helfen, etwas schenken wollen und zusammenarbeiten, um gemeinsam ein Ziel zu erreichen. Deine Augen brauchen nicht mehr feucht zu werden vor Rüh-rung beim Wort "Selbstlosigkeit", weil es dafür ein Bedürfnis, und erst noch ein wachsendes, gibt. Du brauchst aber auch nicht den Kopf h?n-gen zu lassen. Bloss weil du die Wurzeln des "Guten" geschaut hast, wird aus dem "Guten" nicht pl?tzlich et-was "Schlechtes".
Vermutlich ist aber auch das Beliebtheitsbedürfnis falsch aufgebaut. Du empfindest Beliebtheitsvergnügen, weil dir eine Person die entsprechenden Signale sendet. Nun reduziert sie diese Signale bei dir und schenkt ihre Zuneigung anderen Personen, und schon fühlst du dich voll schmerzhafter Eifersucht ins Tal der Einsa-men gestossen. Die durch diesen Lie-besentzugsschmerz hervor gerufene Aggression kann sich bis zu Ge-waltt?tigkeiten aufsummieren.
Das Beliebtheitsbedürfnis will dich mit wachsendem Einsamkeitsschmerz dazu bringen, mehr Beliebtheit zu ergattern. Und wozu soll das gut sein? Wir k?nnen diese Tretmine entsch?rfen, wenn wir ein Beliebtheitsbe-dürfnis konstruieren, das nur Beliebtheitsvergnügen erzeugt und keine Schmerzfelder. Wenn Freundlichkeit Beliebtheitsvergnügen bringt, soll-te dies doch ein Vergnügen sein, das wir uns auch bereiten, ohne dazu durch Einsamkeitsschmerz gepeitscht zu werden. Wir essen ja auch oft aus Vergnügen und nicht aus Hun-ger, was in dem Fall nicht so gut ist, weil es dick macht. Ein Pro-blem, welches das elektronische Bewusstsein nicht hat.
Wenn sie dich auszeichnen, dich anerkennen, dir applaudieren, dir Honig ums Maul schmieren, dich bauch-pinseln, dich anl?cheln, dir ihre Sympathie ausdrücken, dich beschenken und was ich alles noch vergessen habe, dann empfindest du Geborgenheit, Stolz, Dankbarkeit - andere Namen für Beliebt-heitsvergnügen. Wenn auf der Bedürfnisplantage des Be-liebtheitsbedürfnisses die S?ttigungsmoleküle zu den Verlangensmo-lekülen wandern und mit ihnen verschmelzen, ent-steht ein S?ttigungsfeld, das Beliebtheitsvergnügen.
Wie lange h?ltst du es aus, ohne jemanden zu sehen oder zu sprechen? Auch deine Haustiere sind weg. Du wirst unru-hig, fühlst dich einsam, wirst niedergeschlagen, ja depressiv, und allm?hlich macht sich Verzweif-lung breit. Solches pas-siert dir, wenn du auf der Bedürfnisplantage des Beliebtheitsbedürf-nisses die Verlan-gensmoleküle wuchern l?sst. Die Verlangensmoleküle bauen ein Verlangensfeld auf, das dich mehr und mehr mit den obigen Gefühlen qu?lt, bis du end-lich etwas dagegen unternimmst.
Von der einfachen Z?rtlichkeit bis zum sexuellen H?hepunkt gibt es ein mehr oder weniger fliessendes An-wachsen des Berührungsvergnügens. Dieses entsteht auf der Bedürfnisplantage des Paarungsbe-dürfnisses, indem die S?ttigungsmo-leküle zu den Verlangensmolekülen str?men.
Vom Hauch eines Sehnens nach Z?rtlichkeit bis zur flammenden Geilheit reicht das Folterinstrumenta-rium des Berüh-rungsverlangens. Seine Verlangensmoleküle wachsen auf der Bedürfnisplantage des Paarungsbe-dürfnisses.
Was das Denk für das Bewusstsein, das ist das Beweg für das Verhalten. Ein kleines Experiment: Span-ne dei-ne Armmus-keln an, bis der Arm zittert. Ein Zittern entspricht einem Beweg. Es ist das Atom des Verhaltens. Ein Denk wird in einer Zwanzigstelsekunde hergestellt. Ein Beweg zieht einen bestimmten Muskel für eine Zwanzigstelsekunde mit einer be-stimmten Kraft zusammen. Es besteht aus einem Wis-perfeld, welches von den Bewegzellen erzeugt wird. Jede Bewegzel-le gebietet über eine Bewegfeldst?r-ke, die sie an genau einen Muskel senden kann. Willst du ein st?rkeres Feld oder ei-nen anderen Mus-kel, musst du die Bewegzelle wechseln. Du fragst dich, warum auch hier Wisperfelder einsetzen, wo doch ein einfacher elektrischer Stromstoss genügt, einen Muskel zum Zucken zu bringen? Nun ja, viel-leicht genügt hier die elektrische Er-kl?rung, aber ich stelle mir vor, dass es einfacher ist, Millionen von Muskelzellen auf einmal mit einem funk-feuer?hnlichen Wisperfeld anzusprechen als mit einer Ketten-reaktion von elektrischen Impulsen. Wie dem auch sei, es ?ndert nichts an der Aufgabe des Bewegs. Ein Beweg ver?ndert die Lage deines K?rpers. Dies hat ver?nderte Sinnes-denks zur Folge und also ein ver?ndertes Bewusstsein. Dieses ver?nderte Bewusstsein ist der Schlüssel für das n?chste Beweg, wel-ches wiederum ver?nderte Sinnesdenks bewirkt. So kannst du dein Verhalten in Zwanzigstelsekundenschrit-ten den ?nderungen deines K?rpers und deiner Umgebung an-passen. Um das Ganze noch etwas zu komplizieren, darfst du annehmen, dass mehrere Bewegs gleichzeitig stattfinden k?nnen. Wie an-ders w?ren sonst Bewegungen zu er-kl?ren, die mehrere Muskeln gleichzeitig er-fordern?
Sobald ein Bewegschlüsselfeld, ein Element deines Bewusstseins also, eine Bewegzelle weckt, baut die-se ein Bewegfeld auf. Das Bewegfeld hat eine fixe Wisperfeldst?rke und rast durch die entsprechenden Nerven-bahnen zu "seinem" Mus-kel. Dort spricht es s?mtliche Muskelzellen an. Diese ziehen sich mit der der Felds-t?rke entsprechenden und somit ge-nau bestimmten Kraft für eine Zwanzigstelsekunde zusam-men. Eine Be-wegung kommt erst zustande, wenn mehrere Be-wegfelder hintereinander dafür sorgen, dass sich die Mus-kelzellen immer weiter zusammenziehen.
Elektronisches Bewusstsein: Falls du keinen Muskel bepackten Androiden hast, kannst du auch die Ele-mente deines PCs oder deines Handys als Muskeln verwenden: Mauszeigerbewegung, Tastatureinga-be, Kamera-steuerung (Aufrastern des Blickfeldes, siehe Sehdenk), Lautsprechersteuerung.
Stell dir ein Fussballfeld voller schlummernder Bewegzellen vor. Willst du eine oder mehrere Zellen we-cken und sie dazu veranlassen, ein Bewegfeld aufzubauen, kannst du nicht einfach wild drauflosschrei-en. Du würdest alle gleichzeitig we-cken und dein K?rper würde uns?gliche Bewegungen vollziehen. Du brauchst Schlüsselfelder, welche nur gerade die ge-wünschten Zellen ansprechen und die anderen weiterschlummern lassen. Weil diese Schlüsselfelder Bewegzellen aufwe-cken sollen, nennen wir sie Be-wegschlüsselfelder. Aus welchem heiteren Himmel kommen nun diese Bewegschlüsselfel-der? Sie brau-chen nicht mehr erzeugt zu werden. Sie sind schon da: als dein Bewusstsein. Die Sinnes- und Speich-denks sowie die Bedürfnisfelder durchlagern auch die Bewegzellen. Sobald sich eine Bewegzelle von einem dieser Bewusst-seinselemente angesprochen fühlt, baut sie ihr Bewegfeld auf und l?sst für eine Zwanzigstelsekunde "ihren" Muskel spie-len. Dadurch, dass verschiedene Bewusstseinselemente gleich-zeitig je eine Bewegzelle ansprechen k?nnen, werden Bewegungen m?glich, bei denen verschiedene Muskeln gleichzeitig eingesetzt werden. Würden die Bewegzellen aller-dings auf jedes Bewusstseinsele-ment reagieren, g?be es ein wildes Gezucke. Dagegen gibt es eine einfache technische L?sung: Die Bewegzellen reagieren erst ab einer gewissen Wisperfeldst?r-ke. Nur die "st?rksten" Bewusstseinsele-mente, jene mit dem h?chsten Aktivierungsgrad, haben eine Chance, einer Bewegzelle ihr Bewegfeld zu entlocken. Dir scheint, dass damit zwar ein zwanzigstelsekündiges Grup-penzucken von Muskeln er-kl?rt ist, aber noch lange kein Bewegungs-ablauf, weil, wenn die st?rksten Be-wusstseinselemente je-weils mit den Muskeln spielen, heisst das nicht, dass dadurch auch eine vernünftige Bewegung zustan-de kommt. Die "Vernünftigkeit", die Zielgerichtetheit von Bewegung ist das Er-gebnis von viel übung. üben heisst wiederholen. Wiederholen bewirkt eine Erh?hung der Verknüpfungsst?rke zwischen zwei Speichdenks. Wenn zwei Speichdenks gleichzeitig im Bewusstsein sind, erh?ht sich dadurch ihre Ver-knüpfungsst?rke. Denk dir die hundert Speichdenks eines fünfsekündigen Bewegungsablaufes als ausge-streckte Per-lenkette vor dir auf dem Tisch. Heb ein Ende an, und ein paar Perlen h?ngen in der Luft bzw. die ersten paar Speich-denks sind in deinem Bewusstsein. Nun h?ltst du mit der linken Hand das eine Ende der Perlenkette fest und führst den Daumen unter der Kette durch bis an ihr anderes Ende. Die paar Perlen, die sich jeweils in der Luft befinden, entspre-chen jenen Speich-denks, die ihre Ver-knüpfungsst?rke erh?hen. Zwi-schen den "benachbarten" Speichdenks wird also die Verknüpfungsst?r-ke immer gr?sser, nicht jedoch zwi-schen weiter entfernten. Jedes Mal, wenn dein Daumen unter der Kette durchf?hrt, wenn die Speichdenks einer Bewegung nacheinander im Bewusstein auftauchen, wird die Beziehung enger. Die Speich-denks k?n-nen die noch inaktiven Speichs schneller wachrufen. Bis die fünfsekündige Bewegung flies-send abl?uft. War-um aber "siehst" du das nicht, wenn du dein Bewusstsein "beobachtest" w?hrend einer Bewegung? Vermutl-ich wird Be-wegung vor allem durch Ketten von Spür-denks erzeugt. Spürdenks aber kannst du in deinem Be-wusstsein weder h?ren noch sehen.
Auch hier gilt: Abgesehen vom autonomen Nervensystem, welches die grundlegenden K?rperfunktionen in Gang h?lt, findet Bewegung nur statt, wenn sie von der Bedürfnisstruktur wert gesetzt wird.
Eine Bewegzelle kann ein Bewegfeld erzeugen, welches einen bestimmten Muskel mit einer bestimm-ten St?rke w?hrend einer Zwanzigstelsekunde zusammenzieht. Die Bewegzelle ist wie die Taste eines Klaviers, die eine bestimmte Saite zum Klingen bringt. Nun musst du aber über und unter dem Klavier für jede m?gli-che Anschlagst?rke eine weitere Tastatur anbringen. Wenn ein Wesen zweihundert Mus-keln hat mit hundert m?glichen Anschlagst?rken, dann stapeln sich hun-dert Tastaturen vor deinem Kla-vier mit je zweihundert Tasten. Das ergibt an die zwanzigtausend Tasten oder eben Be-wegzellen. Keine schlechte Ausgangslage für ein paar raffinierte Bewegungskunststücke.
Sinnesdenks + Speichdenks + Bedürfnisfelder = Bewusstsein.
Auch wenn es dich etwas entt?uscht, dein Bewusstsein besteht zu einem grossen Teil aus Sinneseindrü-cken, den Sinnes-denks. Nehmen wir an, es gebe einen Denktakt und dieser betrage 1/20 Sekunde. Weiter werde pro Denktakt und Sinn ein Sinnesdenk hergestellt. Dann erg?be das bei 5 Sinnen mal 20 Takte an die 100 Sinnesdenks, die pro Sekunde in dein Hirm fluten. Nehmen wir weiter an, das Wis-perfeld eines Sinnesdenks k?nne zum Beispiel 2 Sekunden existieren, bevor es zusammenbricht. Dann tummeln sich gleichzeitig 2 mal 100, also 200 Sinnesdenks in deinem Gehirn. Diese 200 Sinnesdenks sind aber keine Pakete, die auf einem F?rderband zur Weiterverarbeitung verschoben werden. Sie durchlagern sich auf eine Weise, dass alle Sin-nesdenks gleichzeitig überall im Hirn sind. Gleichzeitig k?nnen also 200 dieser Sinnesinformationspakete (es ist nur ein Rechenbeispiel, die genauen Zahlen musst du in deiner Doktorarbeit herausfinden) in deinem Hirn Speichs aufwecken. Nun kommt der an-dere grosse Teil des Bewusstseins. Weil gleichzeitig 200 Sinnes-denks als Schlüsselfelder an die Türen unz?hliger Speichs klopfen, k?nnen hunderte von Speichs von den Schlüsselfeldern zum Aufbau des in ihnen gespeicherten Wisperfeldes angeregt werden. Diese Speichdenks durchlagern nun ihrerseits das ganze Hirn, womit wir, grob gesch?tzt, schon 400 Denks in deinem Bewusst-sein haben. Da die Speich-denks eigene Verknüpfungsinformationen enthalten, wecken sie in einer Kettenre-aktion viele weitere Speichs. Du brauchst aber keine Angst zu haben: weder wird dein Bewusstsein explo-dieren noch wird es gr?sser als das Universum. Indem n?mlich jedes Wisperfeld nur eine begrenzte Zeit (siehe deine Doktorarbeit) existieren kann, ohne neu angeregt zu werden, fallen genauso viele Sinnes- und Speich-denks in sich zusammen, wie aufgebaut werden. Dadurch beh?lt dein Bewusstsein seinen prachtvol-len Umfang. Dein Bewusstsein ist so gross wie die Anzahl gleichzeitig vorhandener Denks (Sinnes- oder Speichdenks). Hinzu kommen alle durch sie hervorgerufenen oder sich selbst meldenden Bedürfnis-felder.
Das Atom des Denkens ist das Denk. Denks sind die im Augenblick vorhandenen Wisperfelder, aus de-nen sich dein Be-wusstsein zusammensetzt. Du musst dir die Denks aber nicht als Baukl?tze vorstellen, mit denen du "Bewusstseine" zu-sammenstellen kannst. Denks liegen nicht nebeneinander, sondern "durcheinander". Sie durchlagern sich, so dass jedes Denk gleichzeitig überall im Gehirn vorhanden ist. Dadurch kann jedem Denk, das von den Sinnen kommt (Sinnesdenk) schnell eine Bedeutung zugemes-sen werden, indem Speich-denks erwachen, die ihrerseits das Gehirn durchlagern und weitere Speich-denks wecken.
Nein, ich habe dabei nicht zuerst an die Taktrate beim Computer gedacht. Ein Denktakt ist jene Zeit-spanne, die dein Wahrnehmungsapparat zur Herstellung eines Sinnesdenks braucht. Es braucht eben seine Zeit, Mil-lionen von Impulsen zu einem Sinnesdenk zu vereinfachen. Dafür würde es genügen, wenn jedes Sinnesor-gan seinen eigenen "Sinnestakt" h?tte. Das Ergebnis einer solch sinnespers?nlichen Zeiteinteilung w?re, dass ein H?rsinnesdenk vielleicht jede Fünftelse-kunde, ein Sehsinnesdenk jede Zwanzigstelsekunde und ein Spürsinnesdenk gar nur jede Sekunde ins Bewusstsein k?me. Und was du dann sehen würdest, entspr?che nicht dem, was du h?ren oder spüren t?test. Jeder Sinn beschriebe eine zeitversetzte, also eine andere Um-gebung. Um die dadurch entstehenden Orientierungsschwierig-keiten zu beseiti-gen, müsstest du dir wahr-scheinlich einen zus?tzlichen Hirnteil wachsen lassen. Aber wozu, wenn du doch einfach den Taktstock schwingen kannst: alle zugleich! Der Sinnesdenktakt dürfte etwa bei einer Zwanzigstelsekunde liegen, weil ein Film, der nur mit zwanzig Bildern in der Sekunde l?uft, zu flimmern beginnt. T?ne mit bis zu zwanzig Schl?gen h?rst du als Knattern oder Flattern. An-hand dieser Beispiele schliessen wir leichtsinnig von den ei-nen Sinnen auf die anderen. Und da eine Reaktion auf eine Sinneswahrnehmung vorzugsweise genauso schnell erfolgt, schliessen wir weiter, dass ein Beweg auch nur eine Zwanzigstelsekunde dauert. Etwas schwieriger ist die Frage zu beant-worten, wie schnell ein Speich geweckt werden kann. Genau genommen ist die Frage so schwierig, dass ich sie nicht beantworten kann. Einige Hinweise erh?ltst du, wenn du beob-achtest, wie schnell dir etwas in den Sinn kommt. Willst du dich an etwas erinnern, das mit deiner augen-blicklichen Umge-bung zu tun hat, z. B. mit deiner Wohnung, sind die betreffenden Speichs oft schon teilaktiv und du fin-dest dein Glas Milch sofort. Ruft dich dann jemand an und fragt dich, wo eine bestimmte Stras-se liegt, die du kennst, brauchst du vielleicht einige Sekunden, um die v?llig inaktiven Speichs aus dem Schlaf zu prü-geln und den Weg zu beschreiben. Ist dein Sinnesdenktakt in Ordnung, schaffen unterschiedli-che Er-innerungszeiten of-fenbar keine ernsthaften Probleme. Du wartest einfach, bis du es hast.
Ohne die Eigenschaft der Wisperfelder, sich zu durchlagern, k?nntest du dein Gehirn wegschmeissen. Wie Wasser, das von einem Schwamm aufgesogen wird, kann ein Wisperfeld gleichzeitig durch alle Nervenbah-nen deines Ged?chtnisses jagen, um als Schlüsselfeld ein Speich aus seinem Schlaf zu we-cken. Das eigentli-che Durchlagern kommt aber erst jetzt: Es sind n?mlich Hunderte oder Tausende von Wisperfeldern, dein ganzes Bewusstsein, die gleichzeitig durch den Schwamm deines Ged?chtnisses rasen, ohne sich gegensei-tig zu behindern. In jeder Sekunde k?nnen alle Wisperfelder deines Bewusst-seins alle fünfzehn Milliarden Zellen deines Ged?chtnisses mehrmals abklopfen, um Neues zu spei-chern und Bekanntes zu aktivieren. Müsste jedes Wisperfeld gemütlich von Zelle zu Zelle zuckeln und ben?tigte es dafür eine Zwanzigstelsekun-de, so erg?be dies ein Forschungsausflug von 750 Millionen Sekunden oder fast 24 Jahren Dauer. Wenn du schliesslich herausgefunden hast, dass dieses Zeug vor dir essbar ist, bist du l?ngst verhungert.
Warum wird ein S?ugling nicht vom sanften Klang einer Stimme erschreckt, sehr wohl aber von einem lau-ten Ger?usch? Weil die Erinnerung an das Harmlose und das Bedrohliche bereits als Erbspeich vor-handen ist. Bei sanften Kl?ngen er-wachen Erbh?rspeichs, die als S?ttigungsschlüsselfelder des Beliebtheitsbedürfnis-ses dienen. Bei lauten Kl?ngen erwa-chen Erbh?rspeichs des Sicherheitsbedürfnisses, die Reagierfelder mit Angst enthalten. Diese Angst pumpt deinen K?r-per voll mit anregenden Stoffen, so dass du bei sehr lauter Musik allm?hlich in einen Rauschzustand ger?tst. M?glicher-weise wirkt der Klang der Stimme auch auf das Herrschbedürfnis, wo er entweder als demütigend oder unterwürfig ein-gestuft wird.
Diese Erbspeichs dürften wohl S?ttigungsschlüsselfelder des Ess- und Trinkbedürfnisses enthalten. Der Ge-ruch frischen Wassers, der Duft von Früchten. Indem du dich parfümierst, kannst du die entspre-chenden Er-briechspeichs nutzen, um dich als leckeres Früchtchen anzubieten. Dass du auch den Duft von gekochtem Essen interessant findest, mag eine nicht vererbte Ged?chtnisleistung sein.
Diese Erbspeichs lassen dich wissen, dass salzige, süsse, saure, bittere und umami Dinge in deinem Mund die S?ttigungsmole-küle deines Essbedürfnisses fliessen lassen. Die kühle Weichheit des Wassers wird wohl eher dei-nem Trinkbedürfnis ge-fallen.
Diese Erbspeichs sind Bestandteil des Sicherheitsbedürfnisses, wenn sie Angstreagierfelder aufbauen, sobald sich etwas im Blickfeld bewegt. Wenn ich von Angstfeldern spreche, meine ich nicht immer schweisstreiben-de Panik. Es genügt ein Hauch von Angst, um die Aufmerksamkeit an das sich Bewe-gende zu fesseln. Auch dieser Angsthauch erfüllt dich mit anregenden Stoffen, so dass du Bewegung zum Aufputschen deiner mü-den Existenz nutzen kannst. Erbsehspeichs lassen im weiteren die S?tti-gungsmoleküle des Paarungsbedürf-nisses fliessen, sobald dir was Passendes in den Sucher kommt. Worauf du ansprichst, h?ngt dabei nicht von deinem Geschlecht ab, sondern vom Inhalt deiner ent-sprechenden Erbseh-speichs. Enthalten sie Bilder von Gleichgeschlechtlichen, so findest du eben den gleichgeschlechtlichen Po attraktiv. Ho-mosexualit?t ist also keine Frage der Moral, sondern der Erbseh-speichs.
Dies ist ein Sammelbegriff für alle Erbspeichs, die von Sinnesdenks aktiviert werden.
Ein Erbspeich ist eine Erinnerung (ein Speich), die irgendwie weitervererbt wurde. Die Erbspeichs sind die grosse Spiel-wiese für die Entwicklung einer Bedürfnisstruktur. Sowohl Denks (Sicherheitsbedürfnis) als auch Bewusstseinszust?nde (Abwechslungsbedürfnis) oder Bedürfnisfelder (Fluchtbedürfnis) k?nnen sie zum Auf-bau von Reagierfeldern veranlassen. Diese vererbten Ged?chtnisinhalte werden hier bereits zu Bedürfnissen (reagierende Bedürfnisse). Nur Bestandteil eines Bedürfnisses sind sie bei den wach-senden Bedürfnissen, wo sie S?ttigungsschlüsselfelder aufbauen, die das Fliessen der S?ttigungsmole-küle regulieren. Sollte die Be-dürfnisstruktur deines neugeschaffenen Wesens fehlerhaft sein, kannst du an den bestehenden Erbspeichs herumbasteln oder neue dazuerfinden, bis du die Fehler im Griff hast. Hast du z. B. ver-gessen, deinem We-sen eine Art Fluchtbedürfnis einzubauen, kann es passieren, dass es zwar unter dem Druck seiner wachsen-den Bedürfnisse leidet, aber sich trotzdem nicht vom Fleck be-wegt, um etwas dagegen zu tun.
Diese Erbspeichs enthalten jene Berührungsmuster der Haut, welche Berührungsvergnügen ausl?sen. Soll eine Paarung nicht z. B. in der Achselh?hle stattfinden, müssen die Berührungsmuster ziemlich ge-nau "sa-gen", was sie wollen bzw. wann sie bereit sind, S?ttigungsschlüsselfelder aufzubauen.
Die Bedürfnisfelder des Essbedürfnisses sind Essverlangen durch die Verlangensmoleküle und Essver-gnügen beim Ver-schmelzen von S?ttigungs- und Verlangensmolekülen. Eine interessante Frage für dei-ne Doktorar-beit k?nnte sein, ob das Gefühl der Sattheit ein drittes Bedürfnisfeld des Essbedürfnisses, eine Art Sattheits-vergnügen ist. Oder handelt es sich dabei um Spürsinnesdenks, die dir einfach vom Druck auf die Magen-w?nde berichten? Oder ist es vielleicht Teil ei-nes reagierenden Bedürfnisses nach Schlaf, bei dem Sattheit Müdigkeit erzeugt? Die Erbsinnesspeichs erzeugen ihre S?ttigungsschlüsselfel-der, sobald sie von den pas-senden Schmeck-, Riech- und Spürdenks geweckt werden. Das Essver-gnügen enth?lt Bewegschlüsselfelder, welche Muskelbewegungen wie greifen, in den Mund stecken, kau-en, schlucken ablaufen lassen.
Wie du fast vermutet hast, ist das Essvergnügen der Name für die S?ttigungsfelder des Essbedürfnisses.
Das sind die Verlangensfelder des Essbedürfnisses.
Fassen wir alle unangenehmen Wisperfelder, seien es Sinnesdenks, Langeweile, Angst oder was sonst noch m?glich ist, zum Begriff Schmerz zusammen. Taucht Schmerz im Bewusstsein auf, erwachen die Erbspeichs des Fluchtbedürfnisses und bauen ein Reagierfeld auf, welches Fluchtbewegungen in Gang setzen soll.
Vielleicht ist das Beliebtheitsbedürfnis eher ein Geborgeheitsbedürfnis. Spürdenks sind einfacher auf-gebaut als Seh-denks. Es dürfte also einfacher sein, ein Bedürfnis auf der Basis von Spürdenks zu entwi-ckeln als auf der Basis von viel gestaltigen Sehdenks: Ein L?cheln mit Sehdenks zu definieren ist viel schwieriger als eine Z?rtlichkeit mit Spürdenks. Das Geborgenheitsbedürfnis ist ein wachsendes, wel-ches uns mit Verlorenheit, Einsamkeit, Traurigkeit qu?lt, wenn wir mit seiner S?ttigung s?umen. Aber warum empfinden wir ein L?-cheln ebenfalls als s?ttigend, wenn die Erbspeichs des Ge-borgenheitsbedürfnisses nur Spürdenks verlan-gen? Das muss daran liegen, das von Geburt an s?ttigende Spürdenks von einem L?cheln der betreuenden Personen begleitet waren. Der Verknüpfungsgrad zwischen L?-cheln und Z?rtlichkeit ist so hoch, dass L?-cheln fast wie Streicheln ist und daher auch s?ttigend wirken kann. Auf die selbe Weise dürften missbilligend-e, kalte, ablehnende Verhaltensweisen ihre Wirksamkeit erhalten haben: Die Schmerzen der Z?rtlichkeitsent-behrung haben sich mit diesen Verhaltensweisen verknüpft, sodass ein missgünstiger Ge-sichtsaudruck genügt, ein schmerzhaftes Verlorenheitsgefühl zu wecken. Wie alle Schmerzen erzeugen auch diese Aggres-sion, die sich bis zum Selbstmord und Amok-lauf steigern kann. K?rperliche Misshandlungen verst?rken die Verknüpfungen zwischen Missbilli-gung und Schmerz, weil zum Entbehrungsschmerz noch schmerzhafte Spürdenks hinzu kommen. Eine ableh-nende Hal-tung wirkt dann, verknüpfungstechnisch gese-hen, wie ein Schlag ins Gesicht. Ein guter N?hrboden für Gewaltexzesse.
Warum haben vernünftige Argumente oft keine Wirkung? Weil es Vernunft nicht gibt. Oder wie konstruierst du Vernunft mit Erbspeichs? Erbspeichs belohnen dich mit Ess-, Trink-, Berührungs-, Herrsch-, Undsoweiter-Vergnügen. Sie warnen dich mit Angst und Schmerzen vor Gefahren. Wie müsste ein für alle Vernünftigkei-ten wirksames Vernunftvergnügen aussehen?
Aber wenn ich eine Brücke bauen will, ist es doch vernünftig, mich an den Gesetzen der Statik zu orientie-ren, wendest du ein. In welchem Erbspeich liegen die Gesetze der Statik? Und in welchem die Bauanlei-tung für eine Brücke? Dein Brückenbau ist zwar, von aussen betrachtet, ein Akt der Vernunft. In deinem Kopf aber ist er das Ergebnis einer aufw?n-digen Bewertungs- und Verknüpfungsleistung auf der Basis der Bewer-tung von schlichten Erbspeichs. Du hast die Müh-sal auf dich genommen, die von anderen mühselig erschaf-fene Mathematik der Statik zu begreifen, indem du vor-aus ei-lend im Geborgenheits- und Herrschver-gnügen ge-schwelgt hast, das bei vollendetem Bauwerk auf dich wartet, weil du Geschichten ge-speichert hast, die dir sagen, wie es anderen Personen ergangen ist, die erfolgreich eindrucksvol-le Bau-werke erschaffen haben. W?re der Schmerz des Paukens nur ein Prozent st?rker gewesen als die Verheissung des Erfol-ges, w?rst du auf der Baustelle wohl eher mit Spitzhacke und Schaufel anzutreffen als mit Baupl?-nen. Deine Erb-speichs lei-ten dich zum Erfolg. Keine Spur von Vernunft.
Nun aber sind nicht alle Dinge des Alltags reichlich mit Vergnügen verbunden. Im Prinzip soll dein Tag schmerzfrei und vergnüglich ablaufen. Am besten eignen sich dafür eingeschliffene Abl?ufe. Alles, was die-se eingeschliffenen Abl?ufe st?rt, ist unangenehm, also schmerzhaft, und muss vermieden oder mit Aggres-sion bek?mpft werden. Wenn jemand dir mit einem vernünftigen Argument vorschl?gt, deinen Tages-ablauf oder gar etwas in deinem Leben zu ?ndern, droht Un-gemach. Denn jede ?nderung ist mit dem schmerzhaf-ten L?sen von Problemen verbunden, bis wieder Reibungslosigkeit im Tagesablauf hergestellt ist. Ein ver-nünftiges Argu-ment wird von der Bedürfnisstruktur nicht auf seine erbspeichm?ssig nicht vorhandene Ver-nünftigkeit ge-prüft, sondern auf seine Schmerz-, Angst- oder Vergnügenshaltigkeit. Ergibt die Prü-fung ein Zugewinn an Vergnügen: Her mit der ?nderung! Droht Schmerz und/oder Angst: Was Schmerz verspricht, sei rasch ver-nicht.
Ein schmerzfreier Tagesablauf umgibt uns wie eine Fruchtblase mit Geborgenheit. Alles, was diese Gebor-genheitsblase bedroht, ist des Teufels und kann bisweilen mit ?usserster Grausamkeit bek?mpft werden.
Die Geborgeneitsblase überw?lbt auch die Gemeinschaft, wo sich die Individuen der gegenseitigen Zugeh?-rigkeit mit Ritualen versichern, deren Absurdit?t oder Grausamkeit keinerlei Rolle spielt, solange sie einen Damm gegen überw?lti-gende ?ngste aufrecht halten.
Eine Geborgenheitsblase platzt erst, wenn st?rkere Vergnügen locken oder neue Angst machende und Schmerz erzeu-gende Umst?nde auftauchen, welche das gewohnte Verhalten als unwirksam oder weniger (Vergnügens)verheissungs-voll entlarven.
Bestimmte Anordnungen von Eiweiss- und vielleicht auch anderen Molekülen erzeugen das, was du als Ge-fühl kennst. Es handelt sich bei diesem Wispern der Moleküle um Gefühls- oder, etwas lustiger, Wisperfel-der.
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Ziel der Wisperfeldtheorie ist es, die Grausamkeit aus dem Genom zu entfernen. Wisperfeldisch betrachtet, entsteht Grausamkeit mit der mechanischen Pr?zision eines Uhrwerks. Das Herrschbedürfnis belohnt uns mit Herrschvergnügen, wenn wir andere demütigen. Die Gedemütigten empfinden Demütigungsschmerz. Demütigungsschmerz erzeugt Ag-gression. Solange die Gedemütigten Angst haben vor den Konsequenzen eines Aufbegehrens, schlucken sie die Aggres-sion runter. Die Angst wirkt als Mauer, hinter der sich Aggressi-on staut. Ist dieser Stausee gross genug, bricht die Angst-mauer und l?sst die Aggression in Bewegung flies-sen. Diese Bewegung bringt einerseits lang vermisstes Herrschvergnü-gen, wenn zurück gedemütigt werden kann, und anderseits Erl?sung vom Demütigungsschmerz. Erl?sung und Vergnü-gen addieren sich zu einer Euphorie, die, wie ich mal gelesen habe, sogar zu einem Orgasmus führen kann, w?hrend du dein Opfer mit der Machete zerstückelst.
Oftmals sind die Herrschenden schlau genug, einen Dammbruch der Aggression voraus zu ahnen. Sie er-schaffen daher laufend Sündenb?cke, die geopfert werden k?nnen, um den Gedemütigten ein kleines Herrschvergnügen zu verschaf-fen, was den Druck hinter der Staumauer aus dem roten Bereich nimmt. Zeichnet sich trotzdem ein unvermeidlicher Dammbruch ab, wird halt ein Feindbild aufgebaut, das nur mit Krieg zu vernichten ist. Herrschbedürftige k?nnen auch Kriege inszenieren, wenn ihre Angst vor dem Tod so gross ist, dass sie sich in die vermeintliche Unsterblichkeit der Ge-schichte flüchten wollen.
Das Bl?de an diesem Mechanismus ist, dass er unausweichlich ist. Moral und Psychologie k?nnen da nichts ausrichten. Das Uhrwerk des Genoms ist reine Physik. Es hilft also nur, die Anweisungen zum Bau der Erb-speichs des Herrschbedürf-nisses aus dem Genom zu l?schen. Dazu müssen wir bereit sein, auf unser Herrschvergnügen zu verzichten. Vielleicht motiviert uns dabei unsere Angst vor den nicht enden wollenden Schl?chtereien, die uns das Herrschbedürfnis als eine Form ewiger Verdammnis aufzwingt.
Wer alle Konkurrenz zusammenschl?gt, überlebt. Eine hübsche Logik natürlicher Bedürfnisentwicklung. Auch der "Wille zur Macht" l?sst sich n?mlich als Bedürfnis beschreiben. Und dieses Herrschbedürfnis braucht erst noch nicht komplizier-ter zu sein als das Beliebtheitsbedürfnis. Ich weiss, du h?ltst mich für einen schreckli-chen Vereinfacher komplexer sozia-ler Ph?nomene. Aber Verhalten kann sich vielschich-tig entwickeln, ob-wohl es von vergleichsweise einfachen Bedürfnis-sen ausgeht. Warum wohl? Weil du genug Platz hast im Gehirn, um etwas dazuzulernen. Du lernst nicht nur neue Far-ben und Formen, Ger?usche und Düfte, son-dern auch neue Reihenfolgen von Muskelreizen. Diese Verhaltens-atome (sie-he Beweg) werden durch Be-wegschlüsselfelder, welche in den Denks enthalten sind, ausgel?st. Schier unend-lich viele Bewusstseinszus-t?nde erlauben auch ein fast unendlich vielf?ltiges Verhalten. Wie ist nun dieses vergleichswei-se einfa-che Herrschbedürfnis beschaffen? Würdest du eher auf ein wachsen-des oder ein reagierendes Bedürfnis tippen? Wenn du gegen andere gewinnst, empfindest du so etwas wie Triumphgefühle oder zumindest Genugtuung. Diese Ge-fühle k?nnten wir unter Herrschvergnügen zusammenfassen. Kannst du nirgends gewinnen, fühlst du dich ohnm?chtig und gedemütigt, und es w?chst dein Wunsch, mal "oben" zu sein, um vom wachsenden Demütigungsschmerz erl?st zu sein: das Herrschverlangen. Damit h?tten wir die beiden Teile der Bedürfnis-plantage des wachsenden Herrschbedürfniss-es beschrieben. Die Erbsinnesspeichs werden wohl auf einfache Respektbezeugungen re-agieren: ge-senktes Haupt, h?n-gende Schultern, leise Stimme und was dir sonst noch in den Sinn kommt. Das durch die Bewegsch-lüsselfelder angereg-te Verhalten kann von Drohgeb?rden wie starr anschauen, sich aufrichten, Brust rausstellen bis zum Versuch, die restpektvolle Haltung mit Grei-fen und Schlagen herzustellen, reichen.
Hast du dich auch schon gefragt, warum Menschen sich zusammenfinden, um etwas Gutes zu tun, nur um sich kurze Zeit sp?ter zu zerstreiten und sich in Fraktionen zu bek?mpfen?
Wenn du Geschichten wahrnimmst über Filme, Bücher, Erz?hlungen, Reportagen kannst du sie vielleicht mit einer eige-nen Erfahrung verwechseln. Das erm?glicht dir, nachzuempfinden, was die Personen in der Ge-schichte erleben. So funk-tioniert Empathie.
Erf?hrst du von real leidenden Tieren oder Menschen, erwachen in dir Geschichten von Geretteten und de-ren Dankbar-keit, was in dir Beliebtheitsvergnügen weckt und dich zum Retten bewegt, um noch mehr davon zu bekommen. So weit, so gut.
Da tun sich also Rettende zusammen und beginnen voll freudiger Erwartung von reichlichem Beliebtheits-vergnügen ihr Projekt. Nun muss das Projekt organisiert werden. Da gibt es viele M?glichkeiten. Einer tut sich besonders hervor und findet Beachtung, was ihm Beliebtheitsvergnügen verschafft und ahnen l?sst, das es hier auch Herrschvergnügen zu ern-ten gibt, wenn er all die nickenden K?pfe sieht, die seine Worte bewe-gen.
Auch du merkst, wie sich hier einer physikalisch wie ein ?ltropfen nach oben bewegt, w?hrend du bedeu-tungslos am Rande stehst. Gleichzeitig weckt sein Konzept in dir Speichs von Konzepten, die gescheitert sind. Wenn das ganze Pro-jekt scheitert, gibt es kein Vergnügen, nur den Schmerz der vergeblichen Anstren-gung. Wissend, dass du seine erwa-chende Macht gef?hrdest, wagst du es, die Schw?chen seines Konzeptes auf freundliche Weise zu benennen. Er sieht sich schon vom Sockel stürzen, wenn deine Kritik gefallen findet und spürt Demütigungsschmerz. Die aufkeimende Ag-gression bewegt ihn dazu, einen Witz zu machen und deine Kritik ins L?cherliche zu ziehen. Viele finden es lustig und bleiben ihm treu. Andere empfinden Angst-felder bei der Aussicht auf Scheitern und gesellen sich zu dir in der Hoffnung auf etwas Lustvolleres. Dass er dich zur Witzfigur macht, erzeugt auch in dir Demütigungsschmerz.
Wir haben jetzt zwei Figuren, die beide von Demütigungsschmerz gequ?lt werden, welcher Aggression er-zeugt. Die Aussicht auf Beliebtheitsvergnügen tritt in den Hintergrund. Ein grimmiges Ringen um Herrschver-gnügen und Vermeiden von Demütigungsschmerz entbrennt. Und schon haben wir Fraktionen, die 80 Pro-zent ihrer Energie fürs gegenseitige Bek?mpfen einsetzen, statt fürs Retten der Leidenden.
Der Mechanismus ist zum Schreien einfach. Und zum Schreien traurig.
Die S?ttigungsfelder des Herrschbedürfnisses.
Die Verlangensfelder des Herrschbedürfnisses.
Ein H?rdenk ist der Oberbegriff für H?rsinnesdenks und H?rspeichdenks.
Elektronisches Bewusstsein: Vorschlag für H?rdenk: Das Eingangssignal beim Mikrofon wird jede Zwanzigs-telsekunde von einem Analyseprogramm in 10 Frequenzen aufgeteilt. Ebenso wird für jede Frequenz die Lautst?rke in Dezibel be-stimmt. Ein H?rdenk sieht dann so aus:
Frequenz: 32, dB: 69.914
Frequenz: 63, dB: 60.734
Frequenz: 125, dB: 59.584
Frequenz: 250, dB: 55.411
Frequenz: 500, dB: 47.850
Frequenz: 1000, dB: 52.022
Frequenz: 2000, dB: 56.137
Frequenz: 4000, dB: 45.061
Frequenz: 8000, dB: 35.526
Frequenz: 16000, dB: 46.594
Ab welcher Abweichung ein H?rdenk mit einem anderen verwechselt werden darf, muss experimentell be-stimmt wer-den.
Wenn du ein Ger?t nimmst, das den Schall als Linie abbildet, siehst du h?ufig ein wildes Zickzackmus-ter. Und du denkst, bei jedem Zacken muss der Ton, der Klang, das Ger?usch sich ?ndern. Somit w?re jeder Za-cken ein "H?r-Atom", und dein Gehirn würde daraus ein H?rsinnesdenk machen. Weisst du, welches der kürzeste Ton ist, den du noch h?ren kannst? Nun, ich weiss es auch nicht, aber nehmen wir rechenhalber an, er sei 1/10'000 Sekunde lang. 10'000 H?r-denks stünden demnach 20 Sehsinnes-denks pro Sekunde ge-genüber. Wie w?re wohl dein Bewusstsein von der Welt, wenn du so gut h?ren k?nntest? Vielleicht würdest du in den H?rsinnesdenks versaufen und v?llig die Orientierung ver-lieren. Ein H?rsinnesdenk, die kleinste Einheit des H?rens, ist aber bereits eine ziemliche Zusammenfassung einzelner T?ne oder Zacken, so dass du also keine Angst zu haben brauchst. Wenn wir annehmen, dass du 20 H?rdenks in der Sekunde her-stellst, dann besteht ein H?rdenk bei 10'000 Sekundent?nen aus 500 T?nen. Brauche deine Fingern?gel, um dir zu "veranschallichen", wie das geht. Zuerst klopfst du mit dem linken Zeigefingernagel auf etwas Hartes, so dass du den Aufschlag deutlich h?rst. Dann machst du mit dem rechten Zeigefingernagel dassel-be. Zwei einzelne Kl?nge. Nun wiederhole das Spiel und verkürze den Abstand zwischen den Aufschl?gen allm?hlich, bis beide innerhalb einer zwan-zigstel Sekunde zu liegen kommen. Du brauchst deine Stoppuhr nicht zu bemühen. Du hast es ge-schafft, wenn die beiden Ger?usche zu einem verschmelzen. W?hrend mil-lionen Sehnerven für die Herstellung eines Sehsinnesdenks r?umlich zu einem groben Farbfleckenmuster zusammengefasst werden, bildet dein Doppelnagelger?usch eine zeitliche Zusammenfassung vielf?ltiger Tonmuster zu ei-nem H?rsinnesdenk. Obwohl du dir inzwischen idiotisch vorkommst, kannst du mit dem Klopfen noch eine Weile fortfahren. Du bemerkst dabei, dass es zwar, je nach Geschicklichkeit, mehr oder weniger h?ufig ein Klang bleibt, aber nicht immer derselbe. Wenn du willst, kannst du deinem Nagelkonzert sogar eine kleine Melodie abringen. Innerhalb der "H?rdenkzusammenfassung" variieren Aufschlags-st?rke und zeitlicher Ab-stand, ja vielleicht spielt es auch eine Rolle, mit welchem Teil des Nagels du auf welchen Teil der Unterlage auftriffst, oder wie hart der Nagel ist oder wie lang. An diesem banalen Beispiel magst du erkennen, dass jedes H?rsinnesdenk eine kleine "Klangpers?nlichkeit" aus manchmal hunderten von Teilt?-nen ist. Du bist also keinesfalls auf die paar tau-send h?rbaren Frequenzen be-grenzt, sondern kannst sie derart kombinieren, dass daraus eine enorme Klangzahl ent-steht, die dir dabei hilft, dich in der Welt zu-rechtzufinden.
Wird ein H?rdenk mit der Verknüpfungsinformation gespeichert, so wird daraus ein H?rspeich (s. Speich).
Ein H?rdenk, welches durch Wecken eines H?rspeichs ins Bewusstsein gelangt ist.
Auch wenn du verstehst, wie die Denks verrechnet werden, ist es vielleicht etwas schwierig, sich vorzustel-len, wie aus diesen Atomen des Denkens komplexe Gedanken entstehen. Warum l?st jemand, der zu dir spricht, etwas in dir aus? Das ist doch nur formatierte Luft, die rasch verklingt und doch so viel Wirkung ha-ben kann, dass du jemanden um-bringst. Wenn sie an deinem Arbeitsplatz sagen "Du bist nutzlos.", kann das einen Gefühlssturm ausl?sen. Versuchen wir, diesen Gefühlssturm wisperfeldisch aufzudr?seln. Du setzt dich hin und ergründest, welche Gefühle dich bewegen. Da ist eine Beklem-mung, durchzogen von Grimm. Das Wort nutzlos verbindet sich mit Sehspeichs von Menschen, die ent-sprechend abgestempelt wurden und die du aus Filmen, Büchern, eigener Anschauung gespeichert hast. Auch wenn nicht alle hungern. Es sind Bilder des Elends. Die Bilder deines Lebens vermischen sich mit den Bildern des Elends. Wie eine Perlenschnur werden Spürspeichs von Hunger (Entbehrung) und mit Demütigungsschmerz verbundene Sehspeichs (Ver-achtung) geweckt. Dein Bewusstsein füllt sich mit Speichdenks, die an Schmerzen erinnern. Es erwachen weitere Spürspeichs von erlebten Schmerzen und der damit abgespeicherten Angst. Angst und Schmerzen erzeugen Aggression, die Bewegspeichs von Flucht oder Kampf wecken. Die Bewegspeichdenks wecken Sehspeichs, die sich zu einer Szene aufbauen, wo eine Bedrohung mit einem Faustschlag bek?mpft wird. Die Faustschlagszene wiederum weckt Bilder von Polizei, die Gewaltt?ter festnimmt. Was mit Angst verbun-den ist und verhindert, dass sich die Konstellation im Bewusst-sein zu einem Faustschlag verdichtet. Ein Hin und Her, das dich wie gel?hmt dastehen l?sst. Dein Bewusstsein ist nun der Schlüssel zu Szenen, die sich mit deinem Zustand verwechseln lassen. Es weckt Szenen, die du selber erlebt oder beobachtend wahrgenom-men hast: wü-tend antworten, sich ruhig rechtfertigen, einknicken und abwenden. Vielleicht hast du selber schwach aktiv (unbewusst) das Gefühl gehabt, dass deine Arbeit hier nicht viel bringt und auch durch eine Reihe von Demütigungserlebnissen nicht gesch?tzt wird. Dann wird dieses Gefühl nun stark aktiv und du gehst weg. Die Distanz zu der demütigenden Situation verhindert, dass der Gefühlsstrom weiter ange-heizt wird. Du kannst ihn jetzt, wie in Filmen üblich, mit einem gut gefüllten Glas Schnaps zu beruhi-gen versu-chen. Wenn du Glück hast, erwa-chen in dir Speichs von Szenen, die deine Situation mit beob-achteten ver-wechseln, in denen Leute aus einer schmerz-haften Sackgasse gefunden haben, in-dem sie sich etwas Neuen gewidmet haben. Ganz ohne Schnaps.
Das ist auch der Grund, warum das Wahrnehmen von alternativen Leben und Betrachtungsweisen in Litera-tur und Wis-senschaft wertvoll ist. Lass dich mal ausnahmsweise nicht von deinem Bildschirm ab-lenken und betrachte deinen Ge-dankenflug. Du musst noch Brot kaufen fürs Grillen am Abend. Du siehst dich im Laden vor dem Brotregal. Der letzte Grillabend erscheint. Wie das Grillgut angebrannt war. Wie manche es lustig fanden und andere gar nicht. Angespannte Atmosph?re. Jemand holt was vom Take away, um den Abend zu retten. Das aber hat manchen nicht gemundet. Hof-fentlich wird's heute nicht wieder so. Verknüpfungen bilden Szenen. Szenen h?ngen sich aneinander zu Geschichten. So betrachtet, besteht unser Leben aus Ge-schichten. Das gilt auch für die Forschung. Unser Bewusst-sein sortiert keine Mo-leküle. Es l?sst sie tanzen, bis sie sich zu etwas verbinden, das uns wert erscheint.
Das ist aber keine grunds?tzliche L?sung deines Problems. Denn immer noch verführt dich dein Herrschbe-dürfnis durch Triumphgefühle zu unsympathischem Verhalten oder jagt dich mit Demüti-gungsschmerz vor sich hin. Wie w?re es also, dein Herrschbedürfnis einfach zu l?schen? Mit einem Schlag w?re das Unten und Oben in diesem Menschengewusel bedeutungslos. Staunend k?nntest du betrachten, wie verzweifelt die Herrschbedürftigen Statussymbole, Titel, Posten und Geld sammeln, um Respektbezeugungen zu erhalten. Du hingegen w?rst frei, dich dem Unerforschten zu widmen, ange-sichts eines unendlichen Universums zu erschauern und mit z?rtlichem Nachdruck deine Neugier zu befriedigen, um mit dem gewonnenen Wissen kleine Oasen der Geborgenheit zu schaffen für dich und alle, die es zu sch?tzen wis-sen.
Zu deinen Lebzeiten wird das kaum m?glich sein, aber du kannst stellvertretend ein elektronisches Bewusst-sein entspre-chend programmieren, um damit eine Blaupause für eine friedliche Menschenspezies zu schaf-fen.
Vor lauter Speichgeschw?tz siehst du den Wald nicht mehr. Wie kommt bei einem so schlichten System Intel-ligenz zu-stande? Ganz einfach: durch Verwechslung. Auch wenn du schon lange kei-nen Bleistift mehr gese-hen hast, versuchen wir es damit. Du kannst fast je-den Bleistift er-kennen, wenn er nicht allzu ori-ginell gestaltet ist. Das ist eigentlich erstaunlich. Wenn deine Erinnerung an einen Bleistift n?mlich 100 Prozent ex-akt abgespeichert w?re, k?nntest du das nicht. Jeder fremde Bleistift hat n?mlich eine leichte Abwandlung. So hat er viel-leicht eine andere Far-be. Die Beleuchtung ist anders, so-dass Glanzpunkte und Schattierungen ganz anders sind als in deiner Erinnerung. Er mag stumpf sein. Mit ei-nem Radiergummi am andern Ende. All diese Unterschiede w?ren Grund genug, diesen neuen Bleistift als unbekanntes Objekt zu interpretieren, wenn dein Erkenntnis-system exakte überein-stimmung verlangen wür-de. Deine Erinnerung ist aber so un-scharf, dass du die allermeisten Bleistifte mit deiner Erinne-rung verwech-seln kannst.
übertrage nun diesen einfachen Erkenntnisvorgang auf Komplexeres. Wie funktioniert deine Intelli-genz, wenn pl?tzlich Wasser aus deiner Kaffeemaschine rinnt? Voller Panik, dass du den heutigen Tag ohne Kaffee überleben musst, durch-forstest du deine Erinnerungen, bis etwas Rinnendes sich in dein Bewusstsein schiebt. Dein Auto hat ?l verloren. Der Abfluss der Spüle hat getropft. Die Wasserzufuhr deiner Waschmaschine hat geleckt und die halbe Wohnung unter Was-ser gesetzt. So was halt. Indem du die leckende Kaffeemaschine mit einer solchen Erinnerung verwechselst, kommst du zur intelligen-ten Schlussfolgerung, dass ein Schlauch in der Kaffeemaschine abgerissen ist oder ein Loch hat. Du bringst die Kaffeemaschine in den Service und nach der Reparatur erf?hrst du, dass der Wassertank ei-nen Spalt hatte und nur dieser ausgewechselt wer-den musste. Was du selber viel kostengünstiger h?t-test tun k?nnen. Deine Intelligenz, obwohl sie die eines Hundes übertrifft, hat dich verarscht.
Wie konnte das passieren? Wenn du mal ein Aquarium gehabt h?ttest, aus dessen gesprungener Ecke es getr?pfelt hat, w?rst du vielleicht auch auf die Idee gekommen, den Tank zu untersuchen. Intelligenz funktio-niert so, dass wir ein neues Problem mit einem alten Problem verwechseln und dann versuchen, die alte L?sung auf das neue Problem anzuwenden. Dabei k?nnen wir eben nur mit alten Problemen verwech-seln, die wir auch gespeichert haben. Das Aquarium war halt nicht dabei. Je mehr Verwechslungsm?glich-keiten wir haben, desto intelligenter werden wir. So kann die Kaffeemaschi-nenerfahrung dazu führen, dass du beim n?chsten Mal, wenn ein Ger?t fehlerhaft ist, daran denkst, ver-schiedene Ursa-chen in Betracht zu ziehen und, wenn du keine findest, danach zu suchen (Bekannte fragen, Internetrec-herche).
Dass wir beim Probleml?sen durch Verwechseln h?ufig auf die Nase fallen, ist offensichtlich. Wir wer-den trotzdem intel-ligenter, weil wir, auf der Nase liegend, lernen, das Problem neu zu denken. Wenn du weisst, wie du ein Lagerfeuer mit Wasser l?schst, und dann eine mit ?l gefüllte brennende Brat-pfanne mit einem Schwall Wasser l?schen willst, verteilst du das brennende ?l in der halben Küche. Das neue Problem wird also neu gedacht: Wie l?sche ich eine brennende Bratpfanne? Diese Formulie-rung ?ffnet den Horizont zu Verwechslungen in Bezug aufs Feuerl?schen. Wie bek?mpfe ich einen ?l-brand? Auf diese etwas mühsame Weise hangeln wir uns von L?sung zu L?sung, was aber, dank dem Teilen von L?sungen mittels Sprache (Geschichten), dann doch einigermassen zügig voran geht.
Intelligenz ist relativ. Je gr?sser dein Bewusstsein ist, desto mehr intelligentes Potenzial hast du. Das heisst jedoch nicht, dass du generell intelligenter bist. Vermutlich hast du keine Ahnung von Konditorei. Stell dir also vor, du müsstest eine feine Hochzeitstorte herstellen. Wenn du dann siehst, wie vor deinen Augen eine geschulte Person mit feengleicher Leichtigkeit eine wunderbare Hochzeitstorte hinzaubert, fühlst du dich zu recht dumm wie ein Kuchenkrümel. Du hast zwar das Potenzial, mit deinem über-durchschnittlich grossen Bewusstsein vieles zu lernen, was andere k?nnen. Aber du hast es eben nicht gelernt und somit nichts zum Verwechseln. Wenn du dir als kleine übung im Verlauf deines Tages Ge-genst?nde ansiehst, eine Kaffeetas-se, ein Lichtschalter, eine Haarspange, eine Tramschiene etc., wirst du merken, dass du bei den aller- aller-meisten Gegenst?nden versagen würdest, wenn du sie bauen müsstest. Und obwohl dein Be-wusstsein gr?s-ser ist als das eines Hundes, bist du in fast allen F?llen nicht intelligenter als der Hund. Vielleicht weckt die-se Betrachtungsweise eine gewisse Ehrfurcht vor dem komplexen Gebilde unserer Zivilisation, die nur durch die Ver-zahnung winziger Kompetenzen re-lativ dummer Existenzen funktioniert. Wenn diese Zivilisation jetzt noch nach Es-soll-allen-gut-gehen streben würde statt nach Gewinnmaximierung, w?re das Paradies in Griffweite. Der Zweck der Wisper-feldtheorie ist es, einen Weg aufzuzeigen, wie dies m?glich wird.
Fazit: Intelligenz braucht keine h?here Mathematik, sondern die Unsch?rfe der Wahrnehmung. Intelli-genz ist nicht so in-telligent, wie wir meinen, aber das einzige, das wir haben.
Reagierfeld des Abwechslungsbedürfnisses.
Warum paarst du dich nicht mit deinem Kühlschrank? Nun ja, wenn du die Erbsehspeichs, auf die du re-agierst, etwas kantiger, die Erbspürspeichs etwas kühler machen und die Erbriechspeichs mehr auf den Duft von dampfendem Eis aus-richten würdest, k?nnte es mit dir und deinem Kühlschank etwas werden. Das Ziel deines Paarungsbedürfnisses muss recht genau in deinen Erbsinnesspeichs festgehal-ten sein, um das Fort-bestehen deiner Art zu garantieren. Eine leichte Verschiebung der verlangten Sin-neseindrücke und du stehst auf Gleichgeschlechtliche, eine st?rkere Verschiebung und du stehst auf Kühlschr?nke. Die Erbsinnesspeichs erwachen und bauen ihre S?ttigungsschlüsselfelder auf. Diese las-sen die S?ttigungsmoleküle deiner Paa-rungsbedürfnisplantage zu den Verlangensmolekülen fliessen, was S?ttigungsfelder erzeugt. Die S?ttigungs-felder wiederum wirken als Bewegschlüsselfelder auf die Bewegzellen. Die Verlangensfelder be-stehen aus Berührungsverlangen, die S?ttigungsfelder aus Be-rührungsvergnügen, welches sich durch lawinenartiges Fliessen der S?ttigungsmoleküle bis zum Or-gasmus steigern kann. Das angeregte Verhalten ist etwa greifen, umschlies-sen, stossen, ausstossen von Drüsenflüssigkeit.
Der Unterschied zwischen einem reagierenden und einem wachsenden Bedürfnis ist die Bedürfnisplan-tage. Das reagie-rende Bedürfnis hat nur Erbspeichs, welche gewissen Denks, Bedürfnisfeldern oder an-dern Be-wusstseinseigenschaften Bedeutung zumessen, indem sie ein Reagierfeld erzeugen. Es passt sich der Situati-on im Kopf, also dem Bewusstsein, an, wird st?rker oder schw?cher, je nachdem, ob und wie es angespro-chen wird. Obwohl es unterschiedlich stark sein kann, w?chst es nicht von selbst. Es re-agiert sozusagen auf Knopfdruck. Die unterschiedliche St?rke ergibt sich daraus, dass jedes Erbspeich eine eigene Wisperfeldst?r-ke enthalten kann. Nimm 10 Erbspeichs, und du kannst damit eine Ska-la von 1 bis 10 einrichten. Beispiel: Sicherheitsbedürfnis.
Reagierende Bedürfnisse brauchen nicht zu wachsen. Sie müssen nur reagieren, wenn die "Bewusstseinssitua-tion" es er-fordert. Willst du eine Bedürfnisstruktur erstellen, kannst du beliebige Erb-speichs einsetzen, die das Bewusstseinsgesche-hen "beobachten" und erwachen, sobald ihre Reaktionsbedin-gungen, die ausl?senden Schlüsselfel-der, gegeben sind. Das Erwachen der Erbspeichs besteht im Aufbau ei-nes Reagierfeldes, welches Bestandteil des Be-wusstseins wird. Re-agierfelder enthalten keine Sinnesinformatio-nen wie Speichdenks. Sie enthalten "Gefühle", wollen Verhalten ausl?sen oder gewisse Be-wusstseinsinhalte verst?rken oder d?mpfen. Gewiss "reagieren" auch die Erbspeichs, die zu den wach-senden Bedürfnissen geh?ren, und also bauen sie auch Reagierfelder auf. Lass uns diese speziellen Re-agierfelder trotz-dem S?ttigungsschlüsselfelder nennen, um so die enge Beziehung zwischen Bedürfnisplant-age und Erb-speichs eines wachsenden Bedürfnisses zu verdeutlichen.
Sammelbegriff für Riechsinnesdenks und und Riechspeichdenks.
?hnlich wie das Fleckenmuster eines Sehsinnesdenks muss sich das Duftmuster eines Riechdenks zusam-mensetzen. St?rke und Art der in einer Zwanzigstelsekunde errochenen Düfte ergeben das "Duft-bild".
Ein um die Verknüpfungsinformation erg?nztes Riechsinnesdenk wird als Riechspeich im Ged?chtnis einge-lagert.
Ein Denk, das durch Wecken eines Riechspeichs entstanden ist.
S?ttigungsfelder entstehen, wenn sich auf einer Bedürfnisplantage S?ttigungsmoleküle mit Verlangensmole-külen verbin-den. S?ttigungsfelder sind die Belohnung, welche wachsende Bedürfnisse für dich be-reithalten, wenn du tust, was sie von dir verlangen. Siehe z. B. Beliebtheitsvergnügen.
Sie wachsen auf einem Teil der Bedürfnisplantage eines wachsenden Bedürfnisses. Sie warten auf die S?tti-gungsschlüsselfelder als Zeichen, jetzt zu den Verlangensmolekülen hinüberzufliessen und S?tti-gungsfelder aufzubauen.
Bei wachsenden Bedürfnissen: Sobald Erbsinnesspeichs von Denks angesprochen werden (z. B. wenn du an-gel?chelt oder gestreichelt wirst), bauen sie S?ttigungsschlüsselfelder auf, welche das Fliessen der S?tti-gungsmoleküle in Gang setzen (du empfin-dest Beliebtheitsvergnügen oder Geborgenheitsvergnügen).
Einmal sind Wisperfelder, die Wispermoleküle dazu veranlassen, das in den Molekülen enthaltene Wisper-feld aufzubau-en, Schlüsselfelder. So dienen Denks als Schlüsselfelder für Speichs, Denks und Be-dürfnisfelder als Schlüsselfelder für Bewegs und reagierende Bedürfnisse. Wisperfelder sind aber auch Schlüsselfelder, wenn sie chemische Abl?ufe ausl?-sen: Sie lassen S?ttigungsmoleküle fliessen und ver-anlassen wahrschein-lich auch Drüsen zum Ausschütten von Hormo-nen.
Sammelbegriff für Schmecksinnesdenks und Schmeckspeichdenks.
Das Schmecksinnesdenk besteht streng genommen nur aus salzig-süss-sauer-bitter-umami-Informationen. Die Muster-bildung für heiss und kalt, weich oder hart eines Gegenstandes in deinem Mund geht aufs Kon-to der Spürsinnesdenks. Ein Schmecksinnesmuster setzt sich aus dem Vorkommen der fünf Geschmacksrichtun-gen und ihrer St?rke zusammen. Vermutlich wird, wie bei den anderen Sinnen, jede Zwanzigstelsekunde ein Schmecksinnesdenk hergestellt.
Ein um die Verknüpfungsinformation erg?nztes Schmecksinnesdenk wird als Schmeckspeich im Ge-d?chtnis eingelagert.
Ein aktiviertes Schmeckspeich wird als Schmeckspeichdenk Bestandteil des Bewusstseins.
Ein Sehdenk ist der Oberbegriff für Sehsinnesdenks und Sehspeichdenks.
Elektronisches Bewusstsein: Ein Sehdenk k?nnte aufgebaut sein wie ein Schachbrett. Das w?ren dann 64 Farbflecken, denen sich ein eindeutiger Durchschnittswert aus dem RGB-Farbraum zuweisen l?sst:
Feld a1: Rot 120, Grün 150, Blau 80
Feld b1: R 135, G 170, B 90
Feld c1: R 100, G 130, B 60
etc.
Bei diesem groben Schachbrettraster ist detailreiches Sehen scheinbar nicht m?glich. Das 2. Sehdenk k?nnte jedoch von einem Viertel des 1. Sehdenks hergestellt werden. Die ursprünglichen 16 Felder des 1. Sehdenks werden also neu mit 64 Feldern aufgel?st, was 4-mal mehr Details liefert. Das 3. Sehdenk k?nnte sich auf 1 Feld des 1. Sehdenks konzen-trieren, was 64-mal mehr Details bringt. Mit dem 4. Sehdenk kann erneut ein Bruchteil des 3. Sehdenks aufgerastert werden. Dieses Spiel l?sst sich bis an die Grenze der Kameraaufl?-sung fortsetzen. Weil pro Sekunde 20 Sehdenks her-gestellt werden, ent-stehen innert kurzer Zeit etliche De-tailansichten eines Gesamtbildes. Dies erzeugt in uns die Illusion, dass wir alles immer deutlich sehen, ob-wohl jeweils nur ein kleiner Ausschnitt scharf ist und der Rest verschwommen bleibt. Auf diese Weise brauchst du keine komplizierten Algorithmen, um in einem Bild Strukturen zu erkennen. Da ist ein Farb-fleckmuster, das an ein Tier erinnert. Ein Sehdenk vom Schwanz. Vom Fell. Vom Ohr. Der Schnauze. Und schon ist es ein Hund. Dank der Unsch?rfe deiner Hundespeichs (siehe Intelligenz) erkennst du den Hund, auch wenn du ihn noch nie gesehen hast. Soll-te dir die Rettung der Welt mit Hilfe der Wisperfeldtheorie zu mühsam erscheinen, kannst du immer noch dieses Prinzip der optischen Wahrnehmung kommerzialisieren und Milliard?r werden.
Hast du ein Blitzlichtger?t? Dann setz dich damit in einen zappendusteren Raum. Schau in eine Rich-tung, in der du Ge-genst?nde vermutest. Lass deine Augendeckel oben und drück mutig auf den Blitz-lichtausl?ser. Halt, nicht nachdenken! Das waren nicht die leeren Bierflaschen der Marke soundso oder die von deiner Tante mit selbstgemachter Konfitüre ge-füllten Konfitürengl?ser mit dem Ablaufdatum von vorgestern. Du sollst nur darauf achten, was du tats?chlich siehst und den dadurch ausgel?sten Schwall von Speichdenks nicht miteinbeziehen. Also nochmal. Was siehst du? Du siehst ein Flecken-muster. Von den Flecken kannst du nur die Lage, die Form, die Farbe und vielleicht noch die Helligkeit bestim-men. Natürlich war da ein dun-kelbrauner Fleck, von dem du weisst, dass es der Bierflaschensta-pel war. Und der dunkel-rote Fleck der Kon-fitürengl?ser mit den weissen Flecken der Etiketten. Diesem Fleckenmuster auf einer Leinwand begeg-nend, würdest du nichts erkennen. Du k?nntest dich des Ein-drucks schwerlich erwehren, dass die Kunst hier noch der Entwicklung bedürfe. Das aber ist alles, was du siehst. Spar dir dein Protestgeheul, wir sind noch nicht fertig mit unse-rem Experiment. Konzentriere deinen Blick jetzt dorthin, wo du den dunkelroten Konfitüren-fleck gesehen hast. Blitz! Wenn du es rich-tig gemacht hast, hat sich der Konfitürenfleck aufgel?st in mehrere Teilflecken. Konzentriere dich auf ei-nen Teilfleck. Blitz! Der Deckfolienglanzfleck, der Gummibandstrichfleck, der Glasrundungsspiege-lungsfleck, zahlreiche Konfitürestrukturflecken, der weisse Etikettenfleck mit blauen Linienflecken drauf. Schau das Etikett an. Blitz! Ringsum ein eint?niger Brei, ein deutlicher Etikettenvierecks-fleck, einige Gruppen von Linienflecken. Du kannst dich jetzt einer Gruppe von Linienflecken zuwenden und brauchst vielleicht noch ein, zwei Blitze, bis du "Erdbeeren" entziffern kannst. Wenn jedes Blitzen dir ein Seh-denk geliefert hat, dann hast du es mit einer Handvoll Sehdenks geschafft, von einer gro-ben über-sicht bis zu einer kleinen, feinen Aufschrift zu gelangen. Wenn du das Fleckenraster, das dir zur Verfü-gung steht, auf eine Einzelheit anwendest, dann kannst du dieses verdammt scharf aufl?sen. Da du je-weils in wenigen Zwan-zigstelsekunden von einer übersicht zur Einzelheit gelangst, f?llt es dir nicht auf, dass dein Sehen aus Fleckenmustern besteht. Ein Sehdenk ist ein Fleckenmuster, welches dann auch so abgespeichert wird. Dank dieser mangelhaften Ge-nauigkeit kannst du überall auf der Welt eine An-sammlung von dunkelroten Flecken mit weissen Flecken als Konfitüren-gl?ser erkennen, ohne dass du dafür eine Abstraktion h?ttest bilden müs-sen. Die Unsch?rfe eines Denks ergibt eine na-türliche Abs-traktion, die dir hilft, dich in ?hnlichen Situationen ?hnlich zu verhalten mit ?hnlichem Erfolg.
Ein Sehsinnesdenk, das mit der Verknüpfungsinformation abgespeichert wurde, nennt sich Sehspeich.
Ein aktiviertes Sehspeich wird als Sehspeichdenk Bestandteil des Bewusstseins.
Die Erbspeichs des Sicherheitsbedürfnisses enthalten Angst. Zu jeder Stufe des Schmerzes, der als Sinnes-denks in dein Bewusstsein kommt, gibt es eine Stufe der Angst. Mit dem jeweils st?rkeren Schmerz erwacht ein anderes Erbspeich und durchlagert dein Bewusstsein mit seinem jeweils st?rkeren Angst-feld. Das Sicher-heitsbedürfnis wird st?rker, weil der Schmerz oder der drohende Schmerz st?rker wird und nicht, weil es von selbst w?chst. Es handelt sich also um ein re-agierendes Bedürfnis. Die Angstfel-der der Erbsinnesspeichs sind ihrerseits Bewegschlüsselfelder für Verhalten. Oder ein-facher: Angst ist mit vererbtem Verhalten gekoppelt. Spürt die Hand Schmerz, zuckt der Arm zurück. Ob kompliziertere Verhalten, wie das Zerst?ren des Angst-machenden oder Flucht, auch und wie weit durch die Angstfel-der der Erbsinnes-speichs angeregt werden, w?re ein interessantes Thema für deine Doktorarbeit.
Dank oder in diesem Fall besser undank unserer F?higkeit, komplexe Verknüpfungen aufzubauen, schaffen wir es, Angstfelder durch jeden Unsinn herzustellen. W?hrend unsere kindliche Neugier uns fr?hlich in di-verse Schmerzen stol-pern l?sst, generalisieren wir daraus eine Angst vor dem Unbekannten, dem Fremden, statt zu lernen, das Fremde mit mehr Vorsicht zu erkunden. Das liegt an einem schweren Fehler unserer Be-dürfnisstruktur, der darin liegt, dass unsere Angstfelder zu stark sind. Angst ist ein sehr starker Schmerz, der lavagleiche Wut hervorrufen kann. Würden wir die ma-ximale Feldst?rke der Angst auf 20 Prozent reduzie-ren, k?nnten wir viel entspannter mit Befremdlichem umgehen, ohne es gleich zerbomben oder in ein Kon-zentrationslager stecken zu wollen.
Denks, die von den Sinnen ins Bewusstsein gelangen, sind Sinnesdenks.
Was für Informationen liefern deine Sinnesorgane? Gewiss, Bilder, Kl?nge, Berührungen usw.. Aber wie gross ist eine "Liefereinheit"? Um ein Sinnesdenk herzustellen, brauchst du nur den Bruchteil einer Sekunde. Mit einem einzigen sol-chen Sinnesdenk wirst du weder eine Landschaft sehen noch eine Me-lodie h?ren k?n-nen. Schliess deine Augen, dann ?ffne und schliesse sie so schnell, wie du nur kannst. Was du auf diese Weise sehen kannst, waren bereits drei, vier oder fünf Sehsinnesdenks. Es sind also kleine Wahrnehmungs-pakete, die im Sekundenbruchteilstakt von deinen Sinnen her-gestellt werden. Nimm an, jeder deiner fünf Sinne liefere dir pro Sekunde 20 Sinnesdenks, dann erh?ltst du in dieser Sekunde gesamthaft hundert Denks. Die Sinnesdenks der einzelnen Sinne heissen Sehsinnesdenk, H?rsinnesdenk, Spür-sinnesdenk, Schmecksinnesdenk und Riechsinnesdenk.
Mit der Verknüpfungsinformation abgespeicherte Sinnesdenks sind Sinnesspeichs.
Wie du bestimmt schon festgestellt hast, besteht dein Bewusstsein nicht nur aus Sinnesdenks. Wie viele In-formationen die Sinnesorgane auch liefern m?gen, es kommen ?hnlich viele aus deinem Ged?chtnis. Jedes Sinnesdenk weckt ein passendes Speich im Ged?chtnis oder wird selber als Speich abgelegt, falls kein pas-sendes Speich zum Wecken gefun-den wird und die Erbspeichs es ausreichend wertgesetzt haben. Das Spei-chern kannst du dir so vorstellen, dass Wisperfelder durch einen Nervenstrang laufen, auf eine Ner-venzelle treffen und dort Eiweissmoleküle so ausrichten, dass die Moleküle eben dieses Wisperfeld wieder erzeugen k?nnen, sobald sie dazu an-geregt werden. Was aber wird nun gespeichert? Natürlich das Sinnesdenk. Hin-zu kommt aber noch die Verknüpfungsinformation. Ein Denk wird durchlagert von anderen Denks und Be-dürfnisfeldern. Zusam-men bilden sie das, was du Be-wusstsein nennen magst. Wird nun ein Denk gespei-chert, fliesst die In-formation, welche anderen Denks und Bedürfnisfelder gleichzeitig vorhanden waren und mit welchem Aktivierungsgrad, mit in das Speich. Wenn du jetzt dieses Speich aktivierst, rast sein Wisperfeld durchs ganze Ged?chtnis und weckt seinerseits alle Speichs und Bedürfnisfelder, die früher mal gleichzeitig aktiv waren. Indem du also ein einzelnes Speich weckst, kannst du einen Teil eines früheren Bewusst-seins wieder aufleben lassen.
Jedes neuartige Sinnesdenk wird im Ged?chtnis zusammen mit der Verknüpfungsinformation als Speich ab-gelegt. Denks, die durch Aktivierung von Speichs ins Bewusstsein gelangen, sind Speich-denks. Es gibt H?r-speichdenks, Riech-speichdenks, Schmeckspeichdenks, Sehspeichdenks und Spür-speichdenks. Der Unter-schied zum Sinnesdenk besteht dar-in, dass Sinnesdenks keine Verknüpfungsin-formationen enthalten, weil sie eben erst frisch hergestellt wurden.
Sammelbegriff für Spürsinnesdenks und Spürspeichdenks.
Analog zum Sehsinnesdenk baut dein Gehirn jede Zwanzigstelsekunde aus den Informationen der Haut-spürnerven und der tiefer sitzenden Spürnerven ein "Spürbild" auf. Dieses "Spürbild" setzt sich zu-sammen aus W?rme, H?rte und Druck-st?rke.
Elektronischen Bewusstsein: Wenn dir kein Android mit einer druckempfindlichen Haut zur Verfügung steht, kannst du ein Grafiktablett verwenden, um deinem elektronischen Bewusstsein zu signalisieren, ob du etwas positiv oder negativ findest:
1 bis 50 % des Druckmaximums = positiv
51 bis 100 % des Druckmaximums = negativ
Du kannst auch mit einem Handy als Sinnesorgan beginnen. Die Kamera empf?ngt Sehdenks, das Mi-kro H?rdenks und der Lautsprecher sowie die Kamera reagieren auf Bewegdenks. Die aufw?ndigen Rechenleis-tungen musst du wahr-scheinlich auf einen Remote-Computer auslagern. Der Charme dieser Minil?sung: Du kannst mit deinem elektronischen Bewusstsein überall herum spazieren und mit ihm kommunizieren, sodass es Stunde für Stunde besser wird. Spürdenks musst du halt ersetzen durch Worte wie "lob" für positiv und "bol" für negativ.
Ein Spürsinnesdenk wird mit der Verknüpfungsinformation erg?nzt und als Spürspeich im Ged?chtnis gela-gert.
Weck ein Spürspeich auf, und es wird als Spürspeichdenk Bestandteil deines Bewusstseins.
Wie du weisst, handelt es sich hier um ein wachsendes Bedürfnis. Auf seiner Bedürfnisplantage wach-sen Verlangensmo-leküle, deren Verlangensfelder dir als Trinkverlangen bekannt sind. Die Erbsinnes-speichs er-wachen bei Spür-, Schmeck- und Riechsinnesdenks, welche beim Trinken entstehen. Darauf-hin fliessen die S?ttigungsmoleküle hinüber zu den Ver-langensmolekülen und erzeugen so die S?tti-gungsfelder des Trink-vergnügens. Einige S?ttigungsfelder entstehen bereits, wenn Speichdenks vom Trinken, Erinnerungen ans Trinken, im Bewusstsein auftauchen. Zwar ist diese Erinnerung l?ngst nicht so stark wie das sinnliche Erleb-nis des Trinkens, aber es genügt, um in dir einen "Vorgeschmack" des Trinkvergnü-gens zu erzeugen. Da-durch wird entweder das Wachstum der Verlangens- und S?ttigungs-moleküle angeregt oder die vorhande-nen werden dazu angeregt, ihre Felder zu verst?rken, was durchaus ein Untersuchungsgegenstand deiner Doktorarbeit sein k?nnte. Jedenfalls wird ein Bedürfnis, wenn du Speichs seiner S?ttigung weckst, deutlicher spürbar. Es verst?rkt sich noch mehr, wenn die M?glichkeit der S?ttigung in "Griffweite" ist, d. h. wenn ein Schwall von Sinnesdenks einen Schwall von Speichdenks zu diesem Bedürfnis wecken. Das Bedürfnis erobert einen immer gr?sseren Anteil deines Bewusstseins und du besch?ftigst dich dementsprechend mehr mit sei-ner S?ttigung. Damit du auch endlich handelst, wird Verhalten wie greifen, saugen, schlucken angeregt.
Schmeck-, Spür- und Riechsinnesdenks veranstalten ein Sinnesdenkkonzert, welches die Erbspeichs des Trinkbedürfnis-ses aufweckt, so dass sie ein S?ttigungsschlüsselfeld aufbauen, welches die S?ttigungs- zu den Verlangensmolekülen treibt, so dass du den Trinkgenuss erlebst.
Durst.
Wie geschieht Verhalten? Wie ist es m?glich, dass sich dein K?rper bewegt? Jaja, ein paar elektrische Reize kitzeln die Muskeln, und damit hat sich's. Selbstverst?ndliche Antworten auf unscheinbare Fragen bilden eine zuverl?ssige Metho-de, weitere Erkenntnisse zu verhindern. Ich weiss nicht, was die Elektrizi-t?t in den Nervenbahnen zu suchen hat. Viel-leicht ist sie eine Nebenwirkung oder gar ein Bestandteil der Wisperfel-der, jener Teil, für den es schon Messger?te gibt. Lassen wir mal die Elektrizit?t vor sich hinknistern und überlegen wir, wie das Verhalten funktioniert und wie es mit dem Bewusstsein gekop-pelt sein k?nnte. Weck mal in deinem Ged?chtnis die Speichs von einem Konzertflügel. Ein sch?nes, grosses, schwarzes, vollt?nen-des Ding. Hast du's? Jetzt ersetze die Saiten des Flügels durch Muskeln. Alle Muskeln dei-nes K?rpers liegen nun l?ngelang im Bauch des Flügels. Wenn du auf eine Taste drückst, zuckt ein Muskel, spielst du ei-nen Ak-kord, zuckt eine ganze Schar von Muskeln. Baue nun die Muskeln wieder in deinen K?rper ein, behalte aber die Verbindung zur Tastatur des Flügels. Weck ir-gend eine schr?ge Figur in deinem Ged?chtnis und lass sie auf der Tastatur herumklimpern. In wilden Zuckungen liegst du am Boden, und wenn die schr?ge Figur voll in die Tasten langt, reissen B?nder und brechen Knochen. Du darfst dich heilen, aufstehen und der schr?gen Figur wutschnaubend einen Faust-schlag versetzen. Nun nimmst du die Tastatur des Flügels, presst sie zu-sammen und setzt sie ein in dein Gehirn. Durch das Zusammenpressen verwandelt sich die Tastatur in Ner-venzellen. Und da die-se Nervenzellen für deine Bewegungen zust?ndig sind, kannst du sie ruhig Bewegzel-len nennen. Wie aber sprichst du die Bewegzellen an? "Hallo, Eure Durch-lauchtigste, würde es Euch etwas ausmachen, den Arm zu heben, ich m?chte mich am Kopf kratzen." Wenn die Beweg-zellen nicht auf dich h?ren, be-wegt sich gar nichts. Zum Glück haben sie weder einen eigenen Willen noch Launen. Sie warten ein-fach, bis in deinem Bewusstsein jene Wisperfelder auftauchen, von denen sie sich angesprochen füh-len. ?hn-lich wie beim Speich reagiert das in der Bewegzelle enthaltene Molekül auf ein Schlüsselfeld im Be-wusstsein. Dieses Mo-lekül erzeugt nun seinerseits ein Wisperfeld, du darfst ihm Bewegfeld sagen, welches durch die Nervenbahnen zu "sei-nem" Muskel jagt und diesen für so ungef?hr 1/20 Sekunde zusammen-zieht. Dieses Zucken ist das kürzest m?gliche Verhalten, das Atom des Verhaltens. Sinniger-weise nennst du es "Beweg". Beliebig viele Bewegzellen k?nnen gleichzeitig angesprochen werden, so dass sehr komplizierte Verhaltensabl?ufe m?glich sind. Hebst du deinen Arm mit einem Mus-kel für zwei Sekunden, ben?tigst du 40 Bewegs. Brauchst du zwei Muskeln, sind es 80 Bewegs. Wenn du dich dazu noch mit fünf Fingermuskeln am Kopf kratzt, hast du in zwei Sekunden 280 Bewegs abgefackelt. Die Bewegzellen als "Tastatur deines Verhal-tens" erlauben dir ein genaues und schnelles Reagieren. Die Frage ist nur, welche schr?ge Figur darauf her-umklimpert. Oder besser: Wie wird geklimpert? Verhal-ten ergibt sich aus einem Kreislauf. Jeder Kreislauf erzeugt ein Beweg pro Muskel, der an dem Verhal-ten beteiligt ist. Ein Kreislauf dauert nur 1/20 Sekunde. Betrachten wir einen sol-chen Kreislauf. Dein Bewustsein setzt sich aus Wisperfeldern zusammen: aus Bedürf-nisfeldern, Sinnesdenks, Speich-denks und jenen, die wir noch nicht herausgefunden haben. Diese Wisper-felder k?nnen Schlüsselfelder sein für die Wis-permoleküle in den Bewegzellen. Ein Wisperfeld des Bewusst-seins aktiviert nun das Wisper-molekül einer Bewegzelle. Das Wispermolekül baut sein Bewegfeld auf, wel-ches zu "seinem" Muskel rast und dort ein Beweg ausl?st. Dieses Beweg erzeugt Sinnesdenks. In der Regel wird es ein Spürsin-nesdenk sein. Hinzu kommt ?fter mal ein Sehsinnesdenk. Die an-deren Sinnesdenks wer-den wohl eher seltener erzeugt. Ein Beweg kann jedoch in der Zwanzigstelsekunde seines Wir-kens h?chs-tens ein Denk pro Sinn erzeugen. Die neuen Sinnesdenks wecken Bedürfnisfelder oder Speichs und ver?n-dern damit das Bewusstsein. Die übrigen Denks des Bewusstseins sind auch einen Denktakt weiter, so dass sich dein Be-wusstsein noch um einiges mehr ver?ndert hat. Dieses ver?nderte Bewusstsein enth?lt wiederu-m einen neuen Satz Be-wegschlüsselfelder, so dass die n?chsten Bewegfelder entstehen und zu ihren Mus-keln rasen k?nnen. Dein Bewusstsein kann also nach jedem Beweg aufh?ren mit dem Ver-halten oder wei-terfahren. Dank diesem Kreislauf kannst du auch dauernd korrigieren, so dass du nicht daneben greifst. Wenn du dieses Korrigieren mal deutlich erleben willst, dann mach folgendes Experi-ment: Stell dich auf ein Bein. Das andere streckst du in einem 45 Grad Winkel nach hinten, ohne es zu beugen. Steh eine Weile, bis du ein sicheres Gleichgewicht gefunden hast. Nun schliesse die Augen, so dass in deinem Bewusstsein keine Sehsinnesdenks von deiner Umgebung mehr auftauchen. Du bist jetzt darauf angewiesen, dein Gleichge-wicht aufgrund deiner Spürsinnesdenks zu halten. Bald beginnst du zu schwanken und müsstest eigentlich das andere Bein zu Hilfe nehmen, um nicht umzufallen. Be-vor du dies tust, ?ffne die Augen. Sofort fluten Sehsinnes-denks dein Bewusstsein, und die Bewegzellen erhalten die richtige Kombination von Bewegschlüs-selfeldern, um dein Gleichgewicht wiederherzustel-len. Wie aber kommen solche "richtigen Kombinationen von Bewegschlüsselfeldern" zu-stande? Dein erstes Verhalten wird wohl ausgel?st durch Bedürfnisfelder und Erbspeichs, die als Schlüsselfelder Be-wegs aktivieren: l?cheln, saugen, schlucken, greifen, wegzucken bei Schmerz usw.. Den Riesenanteil deines Verhaltens lernst du aber hinzu, indem dir deine Bedürfnisse sagen, was gut ist und was nicht. Dieses "Sagen" ist keinesfalls ein geheim-nisvoller Vorgang, bei dem ein Bedürfnis in wallendem Ge-wand und mit langem Bart aus nebligem Walde spricht. Es ist vielmehr ein einfaches physi-kalisches Geschehnis, bei dem Bedürfnisfelder Sinnesdenks verst?rken, so dass sie gespei-chert werden. über die Verknüpfungsinformationen entstehen Sinnesspeichs, die wie eine Kette miteinander verbunden sind. Weckst du ein Kettenglied auf, erwachen nacheinander auch die anderen. Und da jedes Sinnesdenk ein Beweg ausl?sen kann, erzeugt die Speichkette gleichzeitig ein Stück Verhalten.
Verknüpfungsschlüssel + Verknüpfungsst?rke = Verknüpfungsinformation.
W?hrend ein Denk gespeichert wird, mischen sich alle anderen Denks in den Speichervorgang ein. Ein Teil jedes ande-ren Denks wird mitgespeichert. Diese mitgespeicherte Information ist der Verknüpfungs-schlüssel. Mit diesem Schlüssel kann ein jüngeres Speich ?ltere aktivieren, ein ?lteres jedoch kein jün-geres. Im ?lteren ist ein anderer Verknüpfungssch-lüssel gespeichert, der zu gleich alten oder noch ?lte-ren Speichs passt. W?re dem nicht so, k?nntest du einen Satz ge-nauso leicht vorw?rts wie rückw?rts sagen. Mit dieser Speicherme-thode wird eine Erfahrungsrichtung festgelegt, ohne die du deine Erfah-rungen wie bei einem Film vor- und zurückspulen k?nntest. Die Speichs sind wie die Glieder einer Ket-te miteinander verbunden und bilden so Erfahrungszusammenh?nge. Diese Kette ist nur ein Bild. Die ?l-teren Speichs, zu denen der Verknüpfungs-schlüssel passt, liegen nicht immer brav neben den jüngeren. Vielleicht sogar nie. Ein Verknüpfungsschlüssel muss also auch quer durchs Gehirn wirken k?nnen. Stell dir vor, dass das Wisperfeld eines aktivierten Speichs gleichzeitig durch alle Nervenbahnen jagt und vielleicht für eine Sekunde (oder wie gross ist die zeitliche Weite deines Bewusstseins?) fast gleichzeitig in jeder Nervenzelle vorhanden ist. Dann wird der Schlüssel gleichzeitig in Milliarden Schl?sser gesteckt, und nur die Speichs, zu denen er passt, werden aktiv und füllen nun mit ihren Wis-perfeldern alle Nervenbahnen und -zellen. Obwohl zum Beispiel deine Woh-nung in dir bereits Tausen-de von Speichs erzeugt hat, kannst du sie durch diese Kettenreaktion, in dem du "meine Wohnung" denkst, innert kürzester Zeit wachrufen. Du hast bereits bemerkt, dass unser Bewusstsein etwa so breit wie eine Rasierklinge w?re, wenn wir unser Gehirn mit jeweils nur einem aktiven Speich bzw. Denk durchfluten k?nnten. Es muss also m?glich sein, verschiedene Wisperfelder gleichzeitig in denselben Nervenstrukturen zu erzeugen. Und zwar ohne, dass sie einander st?ren. Wisper-felder k?nnen sich durchla-gern. Je mehr verschiedene Wisperfelder gleichzeitig in deinem Hirn sind, desto gr?sser ist dein Bewusst-sein.
Elektronisches Bewusstsein: Anstatt ein digitales Denk im Arbeitsspeicher (Bewusstsein) mit allen digita-len Speichs zu vergleichen, genügt es vielleicht, nur das erste passende Speich zu finden. Vorausset-zung ist, die Speichs mit einem Zeit-stempel abzulegen. Ist das erste passende Speich gefunden, lassen sich die andern seiner Zeit im Arbeitsspeicher wei-lenden Denks dank des Zeitstempels aufspüren. Das k?nnte den Rechen-bedarf massiv verringern. Sehr wichtig beim Aufspüren von Speichdenks ist, dass du "tolerant" bist. Ein Speichdenk darf nur zu einem gewissen Prozentsatz mit dem suchenden aktiven Speich übereinstimmen. Sonst funktioniert Intelligenz nicht.
Die Verknüpfungsst?rke ist Teil der Verknüpfungsinformation, die in jedem Speich enthalten ist. Sie sagt aus, mit welcher Intensit?t ein anderes Speich angesprochen wird. Wie aber kommt eine unter-schiedliche Inten-sit?t überhaupt zustande? Wird ein Speich aktiviert, entsteht ein Wisperfeld, das sich wie eine Art Funkfeuer in allen Nervenbahnen deines Gehirns ausbreitet. Nun ist dieses Wisperfeld kein Blitz, der schon vorbei ist, w?hrend du ihn noch "siehst". Sein Aktivierungsgrad ist zu Beginn am h?chsten und flaut dann, vielleicht in-nerhalb einer Sekunde oder so, allm?hlich ab. Von vollaktiv bis nullaktiv gibt es zahlreiche Aktivierungsgra-de. Wenn du also ein Denk abspeicherst, merkst du dir nicht nur den Ver-knüpfungsschlüssel, sondern auch den Aktivierungsgrad aller übrigen Denks, die zum Spei-cherzeitpunkt dein Bewusst-sein ausmachen. Dein Speich hat nun zu jedem gleichzeitig vorhanden gewesenen Denk einen Schlüssel und einen Aktivierungsg-rad. Indem es sich den Aktivierungsgrad ge-merkt hat, weiss es, mit welcher St?rke es jedes einzelne ver-knüpfte Speich aktivieren muss. Dann ist ein angesprochenes Speich nicht zwangsl?ufig vollaktiv, sondern nur entspre-chend der St?rke, mit der es geweckt wird, denkst du. Und du hast recht. Aber wie ist das physi-kalisch m?glich, und wozu dieser Aufwand? Physikalisch k?nnte die Verknüpfungsst?rke abgespeichert wer-den, indem einfach der Verknüp-fungsschlüssel st?rker oder schw?cher ist. Der Aktivierungsgrad (Wisperfelds-t?rke) eines zu ver-knüpfenden Denks k?nn-te eine mehr oder weniger deutliche Spur im Spei-chermolekül zurücklassen. Ja gut, aber der Zusammenhang ist doch schon im Verknüpfungsschlüssel vor-handen, warum also mit der Verknüpfungsst?rke herumspielen, wendest du ein. Die Verknüpfungssst?rke ist eine variable Gr?sse. Je ?fter du ein Speich aktivierst, desto gr?sser wird die Verknüpfungsst?r-ke, desto "deutlicher" die Ver-bindung zwischen den Speichs. Ein "nützliches" Bewusstsein, ein h?ufig gebrauchtes "Be-greifen" wird da-durch eingeschliffen und steht bei Bedarf schneller zur Verfügung. Als Folge dieser "deutli-chen" oder "en-gen" Verbindung der Denks laufen auch die durch sie erzeugten Bewegs reibungsloser ab, so dass dein Verhalten geüb-ter wirkt.
Um ihre wachsenden Wünsche deutlich zu machen, lassen wachsende Bedürfnisse auf ihrer Bedürfnisplantag-e Verlan-gensmoleküle wachsen. Diese Moleküle k?nnen ein Dauerwisperfeld aufbauen, wel-ches durch Zunahme der Moleküle st?rker wird. Dieses Wisperfeld ist das Verlangensfeld.
Da Wisperfelder auf Eiweissmolekülen basieren, brauchen Verlangensfelder Verlangensmoleküle, um zu existieren.
Im Unterschied zum reagierenden Bedürfnis wird ein wachsendes Bedürfnis von selber immer st?rker, solan-ge es nicht ges?ttigt wird. Stell dir vor, das Bedürfnis w?chst wie Früchte auf einer Plantage, nen-nen wir sie Bedürfnisplantage. Auf der einen H?lfte der Plantage wachsen die Verlangensmoleküle. Sie sorgen dafür, dass du das Bedürfnis spürst, indem sie ein Wisperfeld des Verlangens aufbauen und dein Bewusstsein da-mit durchlagern. Das Verlangensfeld wird umso st?rker, je mehr Verlangensmole-küle auf deiner Bedürfnis-plantage gewachsen sind. Auf der zweiten H?lfte der Bedürf-nisplantage wachsen S?ttigungsmoleküle. Sie erzeugen kein Wisperfeld, sondern warten auf das Signal der Erbsinnes-speichs. Diese geben das Signal, so-bald im Bewusstsein Denks auftauchen, welche die Erbsinnes-speichs aufwecken. Nun durchlagern die Erb-sinnesspeichs das Bewusstsein mit ihrem Wisperfeld, wel-ches als Signal für die S?ttigungsmole-küle dient. Die S?ttigungsmoleküle beginnen jetzt hinüberzuflies-sen zu den Verlangensmolekülen und verbinden sich dort mit ihnen. Bei der Verbindung baut sich je-nes angenehme Wisperfeld (das S?ttigungsfeld) auf, das dir zeigt, dass eines deiner Bedürfnisse nun ges?ttigt wird. Nachdem das S?ttigungsfeld abgefackelt wurde, ist die Spannung zwischen S?tti-gungsmolekül und Verlangensmolekül ausgeglichen. Du spürst also ein S?tti-gungsfeld nur so lang, wie im-mer neue S?t-tigungsmoleküle hinüberfliessen zu den Verlangensmolekülen. Sind beide Teile der Be-dürfnisplantage leer, ist das Be-dürfnis v?llig ges?ttigt. Für Verlangensfelder und S?tti-gungsfelder kannst du den Oberbegriff Bedürfnisfeld verwen-den. Siehe auch Beliebtheitsbedürfnis, Essbe-dürfnis, Paa-rungsbedürfnis, Trinkbedürfnis. Ein Bedürfnis wird aber auch dann st?rker, wenn du Speichs sei-ner S?t-tigung weckst, dich also daran erinnerst, wie es mal war, als du es ges?ttigt hast. Sin-nesspeichs, die er-wachen und zu Speichdenks werden, bestehen aus denselben Wisperfeldern wie Sinnesdenks, die frisch von den Sinnen ins Bewusstsein gelangen. Der Unterschied besteht darin, dass die Speichdenks deutlich schw?-cher sein müssen, da du sonst nicht mehr unterscheiden kannst, was von "draussen" und was von "drinnen" kommt. In-dem du nun in Erinnerungen an die S?ttigung eines Bedürfnisses schwelgst, kannst du trotz der abgeschw?ch-ten "Sinn-lichkeit" der Speichdenks bereits ein bescheidenes Fliessen von S?ttigungs-molekülen ausl?sen. Dieser Teils?tti-gungserfolg führt dazu, dass das Verlan-gensfeld dieses Bedürfnisses st?rker wird, sei es durch explosionsartige Vermeh-rung der Verlangens-moleküle, sei es durch Anregung der bestehenden Verlangensmoleküle. Nachdem du dein Bedürf-nis derart aufgeputscht, dein Bewusstsein damit durchtr?nkt hast, beginnen auch die Bewegzellen damit, deinen K?rper zu bewe-gen, um die S?ttigung vor-anzutreiben. Zum jetzigen Zeitpunkt der Erkenntnis w?re es nicht unvernünftig anzu-nehmen, dass die Be-wegzellen auf das Erscheinen der S?ttigungsfelder reagieren, um durch Verhalten das Fliessen der S?tti-gungsmoleküle ingang zu halten. Dadurch h?ngt das Verhalten von der Bedürfnisst?rke ab. Einem st?rkeren Be-dürfnis stünde ein "intensiveres" Verhalten zu Verfügung. Bei einem ges?ttigten Bedürfnis würden die Be-wegzellen nicht mehr angeregt.
Bestimmte Anordnungen von Eiweiss- und vielleicht auch anderen Molekülen erzeugen das, was du als Ge-fühl kennst. Es handelt sich bei diesem Wispern der Moleküle um Gefühls- oder, etwas lustiger, Wisperfel-der. Wenn du berühmt wer-den willst, finde heraus, wie sie beschaffen sind. Hier ein paar Hinwei-se: Wisper-felder sind nicht einfach st?rker oder schw?cher. Sie k?nnen Millionen von Zust?nden an-nehmen. S?mtliche Sinneseindrücke wie Farben, Laute, Gerüche, Be-rührungen in allen Variationen sind jeweils andere, unter-scheidbare Wisperfelder. Hinzu kommen die Gefühle, die deine Bedürfnisse beisteuern. Jetzt stell dir alle anderen Lebewesen in Universum, auch die Pflanzen und die Einzeller, vor mit ihren oft sehr unterschiedli-chen Wahrnehmungen und Bedürfnissen. Wo ist die Grenze der Wis-perfeld-Variationen? Nun gut, wirst du einwenden, ein Computer kann genauso viele Variationen bil-den mit seiner Rechnerei. Wozu also Wisperfeld-er, wo wir doch den Variationsreichtum der Zahlen ha-ben? Es gibt nur einen einzigen Grund, an-zunehmen, dass es Wisperfelder gibt: Du fühlst sie! Egal, ob sie aus "einfacheren" Kr?ften zusammenge-setzt oder ob sie eine eigene "Ener-gieform" sind, es ist nütz-lich, sie als eigene Gr?sse zu beschreiben. Auch wenn es sie gar nicht gibt, helfen sie dir, Denkabl?ufe zu veranschaulichen. Und diese Veranschaulichung kann ei-nes Tages dabei helfen, herauszufinden, was es mit dem Denken "wirklich" auf sich hat. Zurück zu den Hin-weisen: Ein Wisperfeld wird von einem Molekül erzeugt. Wie gross ist das Wisperfeld? Ich denke, dass der Durchmesser nicht viel gr?sser ist als das Molekül. W?re der Durchmesser gr?sser als dein Kopf, k?nntest du deinen Sch?del an einen anderen legen und würdest empfinden, was darin vorgeht. Hingegen kann sich das kleine Wisperfeld schnell wie ein Funkfeuer in alle Nervenbahnen deines Gehirns ausdehnen, so dass es für die Dauer seiner Existenz überall gleichzeitig vorhanden ist. Diese Gleichzeitigkeit ist eine wichtige Ei-genschaft der Wisperfelder, weil sie Voraussetzung ist für die enorme Leistungsf?higkeit deines bisschen Ge-hirns. Damit die-se Gleichzeitigkeit überhaupt einen Nutzen hat, müssen sich Wisperfelder auch durchlagern k?nnen. Es ist nicht nur ein Wisperfeld gleichzeitig überall in deinem Gehirn, sondern hunderte oder viel-leicht tausende. Tausende Felder durchla-gern sich so, dass sie gleichzeitig überall im Gehirn sind. Sie bilden dein Bewusstsein. Je mehr Felder sich also durchla-gern, desto gr?sser dein Bewusstsein und deine Denk-kraft. Tausende von Wisperfeldern klopfen gleichzeitig bei Milliar-den von Nervenzellen an, um zu schauen, ob die darin enthaltenen Moleküle auf ihre Schlüsselfelder reagieren und Wisperfelder aufbauen, die ihrer-seits wieder bei Milliarden von Nervenzellen anklopfen. Die physikalische Eigen-schaft der Wisper-felder, sich zu durchlagern und dabei sich selbst zu bleiben, erm?glicht ein rasend schnelles Abrufen vieler Speicherda-ten. Daneben sehen heutige Hochleistungscomputer aus wie müde Taschenrechner. Das Durch-lagern der Wisperfelder schafft aber auch erst das, was du als Denken be-zeichnest. Denn nur durch die Gleichzeitigkeit vieler Wis-perfelder entsteht so etwas wie "Begreifen". Die tausende Felder, die dich einen Tisch begreifen lassen, enthalten Holz und Duft von Essen und Ge-schmack und Farbe und den Schmerz des Kopfanschla-gens beim Spielen als Kind und die heisse Suppe auf der Hose ... Um einen Tisch zu begreifen, erinnerst du dich an ein Stück deines Lebens und nicht an eine Definition aus dem Lexikon. Bei dieser Art des Begreifens gibt es keinen Unterschied zwischen deinem Gehirn und dem deines Hundes. Einfachere Ge-hirne haben weniger Wisperfelder gleichzeitig aktiv und begreifen daher auch nur einfachere Zusammen-h?nge. Etwas, dass du bei Menschen ja auch sehr h?ufig beobachten kannst.
Eine Eiweiss- oder andere Verbindung, die f?hig ist, ein Wisperfeld aufzubauen.

